Paresis Weg

Paresis Weg

1. Titel: Paresis Weg

2. Crossover: nein

3. Inhalt: Eine kleine Story über eine Nietzscheanerin die dachte ihre Bestimmung gefunden zu haben,aber meistens kommt es im Leben anders als man denkt.

4. Altersbeschränkung: ab 13



Nabila Shauna Paresi packte ihre wenigen persönlichen Sachen in einen großen schwarzen Seesack und sah sich noch mal in ihrem Quartier um. Sie mußte noch ihren Chip mit ihren militärischen Daten abholen und dann würde sie die „Grace of the Universe“ verlassen. Hier hatte sie die letzten 3 Jahre gedient und sich zum Lieutnant Comander hochgearbeitet. Die Abschiedsparty war gestern in einer der üblichen Bars auf der Vergnügungsplatform Lexus 3 gewesen. Sie hatten alle viel Spaß und es gab zur Abwechslung mal keine Schlägerei.

Nabila ist jetzt 29 Jahre alt und wurde von der „Romanum“ als Lancer Corps Kommandant angefordert. Sie war eine der Besten und das wußten alle. Unter ihrem Kommando wurden so manche Bodeneinsätze erfolgreich durchgeführt. Sie konnte nicht ablehnen da sie Offizier der Ehrengarde war. Sie mußte gehen und eigentlich war es ihr egal wohin. Sie hing an nichts und niemandem.

Sie ist eine reinrassige Nietzscheanerin aus dem Clan der Al Sharif . Sie hat nur einen Makel, sie ist bereits steril zur Welt gekommen, genau wie ihre jüngere Schwester Titziana. Eine Schande für die Familie und den Clan. Sie wird nie ihre enorm entwickelten Gene mit einem ebenbürtigem Partner vermischen können. Anwärter hat sie genug. Kein Wunder, denn Nabila ist eine Amazone wie sie im Buche steht. Allein ihre Größe von 1,80 cm und ihr schlanker, athletischer Körperbau sind sehenswert. Schwarze Haare liegen eng an ihrem Kopf an, enden in einem Pferdeschwanz der sich in vielen langen Zöpfen bis auf die Hüften hinunter entfächert. Ihr Haut ist fast elfenbeinfarben. Ihr Gesicht ist ebenmäßig mit einer energischen Nase und grünen, leicht schräg stehenden Augen. Sie bevorzugt es sich in schwarzes Leder zu kleiden.

Als allen bewußt wurde das Nabila nie Kinder bekommen würde war sie bereits 13 Jahre alt. Der einzige Weg um diese immense Schande etwas zu mildern war zum Militär zu gehen und die Offizierslaufbahn einzuschlagen. Sie hatte schon immer eine Vorliebe für das Weltall und wollte als Kind schon auf ferne Planeten und mit großen Raumschiffen fliegen. Dieser Wunsch sollte in Erfüllung gehen. Da ihr bewußt war das sie sich nie fortpflanzen würde sah sie auch keine Veranlassung dazu sich mit Männern einzulassen. Natürlich fand sie manche männlichen Exemplare sehr anziehend, aber sobald ihr bewußt wurde worauf es im Endeffekt hinaus laufen würde, nahm sie Abstand.

Mit 16 Jahren ging sie zum Militär und durchlief alle Ebenen der Ausbildung. Nabila war sehr ehrgeizig und ließ sich im Anschluß zur Pilotin ausbilden. Zusätzlich zur Pilotenausbildung durchlief sie die Ausbildung des Lancer Corps wo sie dann auch blieb. Sie schaffte es bis zum Lt.Cmdr. Kommandant des Lancer Corps der Ehrengarde des Commonwealth. Dort hatte sie auch ihre ersten Kontakte mit Menschen. Da sie eine Einzelgängerin war beschränkte sich dieser auf dienstliche Gespräche. Im laufe der Zeit hatte sie sich einen harten Panzer zugelegt den auch ihre Augen widerspiegelten.

Nabila hatte eine große Schwäche, Bars wo auch die Gäste singen durften. In dieser Galaxie kannte sie jede gute Bar und man kannte sie. Wenn Nabila sang war ein Riesenandrang denn sie hatte eine phantastische Stimme. Aufmerksame Beobachter konnten feststellen das sie nur für sich selber sang und ihre Umgebung dabei vergaß. Gelegentlich endeten diese Ausflüge in einer handfesten Prügelei in welche Nabila stark involviert war. Diese brachten ihr bis jetzt „nur“ 4 Eintragungen in die Militärakte.

Viele der Männer waren der Meinung wer so gut aussieht und dazu noch solch eine Stimme hat muß auch noch Talent zu anderen Dingen haben. Sie warnte einmal und wer dann nicht die Finger von ihr ließ bezog eine Abreibung.

Nabila verließ ihr Quartier und holte ihren Chip ab. Sie hatte sich schon vorher von allen verabschiedet. Wie ein großer schwarzer Engel schritt sie durch die Flure der „Grace“. Sie war wieder ganz in schwarzes Leder gekleidet. Hose, Weste und ein langer Mantel. Eine eindrucksvolle Erscheinung. Man erwartete sie bereits an der Shuttle Rampe. Sie ging sofort an Bord des Shuttles und setzte sich auf einen Platz am Fenster. Die Hangar Tore öffneten sich und das Shuttle hob ab.

Wieder war ein Abschnitt ihres Lebens beendet und ein neuer begann. Was würde sie erwarten? Der erste Offizier ist ebenfalls eine Nietzscheanerin, das wußte sie. Ansonsten waren alle anderen Crewmitglieder Menschen.

Nabila entspannte sich und nickte leicht ein. Sie erwachte erst als jemand sie leicht an der Schulter berührte: “Lt.Cmdr.? Wachen Sie bitte auf, wir landen gleich auf der „Romanum““. Sie schlug sofort die Augen auf und war hellwach. Sie nickte dem Piloten zu, nahm ihren Seesack und verließ, gleich nach der Landung, das Shuttle. Draußen wurde sie bereits von den Sicherheitsleuten erwartet die sie zum Büro des Captains brachten. Unterwegs begegneten sie einigen anderen Crewmitgliedern. Sie nickte ihnen zu und bemerkte wie sie ihr hinterher starrten. Das taten fast alle. Ihr Auftreten und ihre Größe zeigten Wirkung auf andere.

Vor dem Büro des Captains angelangt legte einer der Sicherheitsleute seine Hand auf die Sensortaste. “Herein“: erscholl es und die Tür glitt zur Seite. Alle betraten den Raum. Captain Robert D. Warren saß an seinem Schreibtisch, blickte aber sofort von seinem Bildschirm hoch und stand auf: “AH, Lt.Cmdr. Paresi, ich habe schon viel von ihnen gehört“ .Nabila nahm Haltung an: “Lt.Cmdr.Paresi meldet sich zum Dienst, Sir“. Der Captain grüßte zurück und lachte: “Stehen Sie bequem Paresi“. Er machte den Sicherheitskräften ein Zeichen und sie verließen den Raum. "Nehmen Sie doch bitte Platz": schlug der Captain vor. Nabila setzte sich auf den Stuhl vor den Schreibtisch und der Captain machte es sich auf seinem Sessel bequem. Sie reichte ihm wortlos ihren Chip. Captain Warren etablierte ihn sofort in seinem Computer und las es sich in Ruhe durch, nickte und sagte: "Sie sind definitiv eine Bereicherung für unsere Crew, ich bin begeistert Lt.Cmdr. Ich werde Sie gleich der Brückencrew vorstellen. Dann können Sie heute noch die "Romanum" erkunden und Ihr Dienstantritt beginnt um 06:00 Uhr Bordzeit morgen früh. Kommen Sie, gehen wir auf die Brücke zu Ihrem neuen Kollegen". Warren hatte bereits den Tisch umrundet und nahm Nabilas Ellbogen, eine höfliche Geste, doch körperlicher Kontakt war ihr zuwider. Sie bückte sich noch mal um ihren Seesack aufzuheben, dabei rutschte seine Hand von ihrem Ellbogen herunter und er nahm sie weg.

Warren begleitete sie zur Brücke. Dort angekommen nahmen alle Haltung an. "Captain auf der Brücke": rief jemand. "Rühren Leute": meinte Warren jovial und winkte mit der Hand. Nabila schätze ihn auf 50 Standardjahre. Er hatte dunkle, mit grauen Strähnen durchzogene kurze Haare, war ca. 1,90 cm groß und zeigte schon einen leichten Bauchansatz. Seine hellblauen Augen leuchteten vor Freude. "Ich möchte Ihnen unseren neuen Kommandanten des Lancer Corps ,Lt.Cmdr. Nabila Shauna Paresi vorstellen". Er legte Nabila seine Hand auf ihren Rücken und führte sie so zu einer großen, blonden Frau mit Armknochen. Eindeutig eine Nietzscheanerin. "Das ist unser 1. Offizier Commander Joanna Rhodes": zeigte Warren mit der flachen Hand und ausgestrecktem Arm auf die Frau. Beide schüttelten sich die Hände und sahen sich in die Augen denn sie waren beide von identischer Größe. Joanna hatte viele lange blonde Zöpfe die ihr bis zur Hüfte herunterfielen. Ihre blauen Augen sahen Nabila interessiert an. Joanna blickte auf Nabilas Arm, sie vermißte anscheinend die Armknochen.

"Ma´am, erfreut Sie kennen zu lernen". Joanna erwiderte: "Ganz meinerseits, auf gute Zusammenarbeit. Leider ist momentan keiner der Offiziere weiter auf der Brücke, aber Sie werden sie morgen früh noch kennen lernen". Nabila blickte sich auf der Brücke um und nickte den anderen Crewmen zu. Diese lächelten sie an und nickten zurück. Sie war noch nie für viele Worte gewesen. "Ich würde jetzt gerne in mein Quartier gehen und dann in die Offiziersmesse, wenn niemand etwas dagegen hat": Nabila sah fragend von Warren zu Rhodes. Beide schüttelten die Köpfe und der Captain sagte lächelnd zu ihr: "Sie werden bestimmt hungrig sein, unsere Küche ist wirklich gut. Unsere KI Roman wird Ihnen zeigen wie Sie überall hinkommen. Ach, ehe ich es vergesse. Hier haben Sie Ihren Communicator. Mit ihm können Sie jeden erreichen auch Roman". Er drückte ihr einen flachen, Medaillen großen biomechanischen Gegenstand ."Einfach auf den Handrücken legen, er aktiviert sich automatisch". Commander Rhodes nahm es ihr aus der Hand und legte den Communicator auf Nabilas Handrücken. Es kribbelte etwas und schon saß er fest. Nabila nickte Joanna und dem Captain zu, nahm ihren Seesack und verließ die Brücke.

"Roman, wie komme ich zu meinem Quartier? "Das Hologramm eines gut aussehenden Mannes erschien: "AH, Lt.Cmdr. Paresi, wie angenehm Sie kennen zu lernen. Sie befinden sich zur Zeit auf dem Brückendeck. Ihr Quartier ist Deck 38.Nehmen Sie bitte einen der Lifte links von Ihnen. Ich erwarte Sie dann unten": Er verschwand wieder. Nabila schüttelte den Kopf und bestieg den Lift in ihrer Nähe. "Deck 38".Blitzschnell ging es bergab. Als die Tür sich öffnete stand Roman schon vor ihr. "Gehen Sie bitte den Flur entlang zu Quartier 25.Der Türsensor ist bereits auf Ihre Signatur eingestellt. Die Offiziersmesse ist auf Deck 20.Sollten Sie noch Fragen haben rufen Sie mich".Nabila lief den Flur hinunter bis zu ihrem Quartier und legte ihre Hand auf den Sensorbereich. Sofort glitt die Tür zur Seite. Sie trat ein „Licht“ und sofort wurde der Raum in sanfte Helligkeit gehüllt. Er war zweckmäßig eingerichtet. Sie warf ihren Seesack auf das Bett, entledigte sich ihres Mantels und ihre Armknochen wurden sichtbar dann machte sie sich auf den Weg in die Offiziersmesse.

Nabila betrat die Offiziersmesse und ging zum Buffet. Sie entschied sich für einen Apfel, Naturjoghurt und Nudeln mit einer appetitlich riechenden Soße. Mit dem Tablett in der Hand suchte sie sich einen Platz am Fenster denn sie sah gerne in den Raum hinaus. Das Essen war wirklich so gut wie Warren es geschildert hatte. Die Messe war kaum besucht. Ein paar Techniker saßen ganz hinten an 2 Tischen verteilt und ein einzelner, äußerst attraktiver Mann saß schräg von ihr. Sie nickten sich zu.

Roake dachte bei sich was für eine schöne Frau. Für seine Vorstellungen stimmte an ihr alles.

Nabila hörte wie die Tür sich öffnete und nach kurzer Zeit wieder schloß. Ein Schatten fiel auf ihr Tablett und eine männliche ,ihr unbekannte Stimme sagte: “Na dann werde ich Ihnen mal Gesellschaft leisten“. Ehe sie reagieren konnte saß ein brünetter Typ an ihrem Tisch und musterte sie unverschämt. “Ich bin Lt.Frank Hanson Lancer Truppen“. Nabila legte ruhig ich Besteck zur Seite und lehnte sich leicht vor: “Es interessiert mich weder wer Sie sind noch woher Sie kommen. Ich kann mich nicht daran erinnern Sie an meinen Tisch gebeten zu haben und nun möchte ich alleine weiter essen“. Hanson war so eine Behandlung anscheinend nicht gewohnt, er stand auf ,nahm sein Tablett und ging, mit dem Rücken zu Nabila, den Gang hinunter zu einem der anderen Tische: “Ich weiß gar nicht was Sie sich so haben. Wir wissen doch alle was mit den Nietzeanerinnen los ist die beim Militär sind. Da kann man doch ein bißchen Spaß miteinander haben, kommt ja sowieso nichts bei raus“. Es war eindeutig sein Fehler Nabila den Rücken zu zudrehen. Er hatte kaum das letzte Wort gesprochen als ihn ein Fußtritt mitten im Rücken traf. Hanson segelte mit seinem Tablett den Gang hinunter bis zum Wand und stürzte dort hin. Blitzschnell war er wieder auf den Beinen. Schäumend vor Wut stürzte er sich auf Nabila: “Frigides Weibsstück. Du wirst noch froh sein wenn irgendeiner von uns dich auch nur anfaßt“. Definitiv war das sein zweiter Fehler. Aber bevor Nabila reagieren konnte wurden ihr von hinten die Arme festgehalten. Hanson nutzte das sofort aus und versetzte ihr einen Hieb in den Magen. “Frank hör sofort auf damit“: hörte sie jemanden hinter sich sagen. Hanson war immer noch blind vor Wut wie eine Frau ihn vor seinen Kollegen so lächerlich machen konnte das er für nichts zugänglich war. Er stürzte sich wieder auf Nabila und erhielt einen Fußtritt in seine Männlichkeit. Ihr Helfer ihre Arme los und Nabila drehte sich sofort um und packte ihn am Hals und drückte seinen Kehlkopf zusammen. Roake packte sofort ihren Hals und drückte auch zu, drehte Nabila so das er ihren Oberkörper auf einen der Tische drücken konnte. Sein Gesicht war genau über ihrem: “Obwohl Sie eine Frau sind würde ich Sie töten wenn ich muß“. Beide ließen sich los und Nabila versetzte ihm einen Schlag auf den Solarplexus der ihn ein paar Meter zurück taumeln und in die Knie gingen ließ. Roake kniete nach Atem ringend auf dem Boden und hielt sich die Brust. Hanson wand sich noch immer vor Schmerzen auf dem Boden und hielt sein Patengeschenk mit beiden Händen fest. Nabila zog ihre Weste grade setzte sich wieder an ihren Tisch und aß weiter als ob nie etwas gewesen wäre.

Die Tür der Messe öffnete sich und der 1.O. betrat den Raum. “Bleiben Sie sitzen, ich will nur wissen was hier passiert ist und wer darin verwickelt war“. Sie sah Roake dort knien und Hanson sich langsam erheben. “AH meine Herren, haben wir uns wieder etwas ausgetobt? “Nabila stand auf: “Ma´am, wir haben uns zu dritt ausgetobt“. Joanna mußte sich zusammen reißen um nicht laut loszulachen. “Ich möchte Sie nacheinander in meinem Büro sprechen, Hanson Sie zuerst“. Joanna drehte sich um grinste über das ganze Gesicht und verließ den Raum. Hanson folgte ihr sofort.

Nabila drehte sich zu Roake um der immer noch da kniete und nach Luft rang. Sie ging zu ihm hin und hockte sich hin. Er sah sie nur mit seinen rauchblauen Augen an, rang nach Luft, sagte aber nichts. “Mmmh,ich denke Sie erwarten eine Entschuldigung“. Roake schüttelte schwer atmend den Kopf. “Wiedergutmachung“: preßte er zwischen den Zähnen hindurch. Nabila zog die Augenbrauen hoch und sah ihn fragend an. “Dinner zu zweit“: japste Roake. Sie zuckte die Schultern und stand auf: “Sagen Sie mir Bescheid, ich werde da sein“. Roake nahm ihre Finger und hielt sie fest: “Heute abend 20:00 Bordzeit in meinem Quartier“. Sie nickte und machte sich auf den Weg zum 1.O.

Kurz bevor sie bei dem Büro des 1.O. war kam Hanson hinaus. Er lächelte etwas schief: “Es tut mir leid was ich zu Ihnen gesagt habe, manchmal benehme ich mich wie ein Idiot. Na ja, eigentlich ist es schon unverzeihlich was ich gesagt habe. “Nabila verschränkte die Arme unter ihrer Brust: “Hat der 1.O. gesagt das sie sich bei mir entschuldigen sollen?“. Hanson grinste: “Sowas in der Art natürlich auch. Aber ich komme aus freien Stücken und bitte um Verzeihung“. Sie nickte: “Ist akzeptiert. Beim nächsten mal breche ich ihnen die Arme,ok? “Er lachte :“Alles was sie wollen, bis später“.

Sie klopfte an die Tür. “Kommen Sie rein Paresi“: rief Joanna. Als Nabila den Raum betrat: “Wir sind privat hier. Setzten Sie sich und erzählen Sie mir was vorgefallen ist“. Also schilderte sie ihr das geschehene ohne Schnörkel. Joanna tat gespielt entrüstet und kicherte: “Aber Lt.Cmdr., ich nehme an das noch keiner weiß wer sie sind?“. Sie nickte: “Soweit sind wir noch nicht gekommen“. Der 1.O. schmunzelte: “Da haben sie sich ja unsere beiden Prachtkerle ausgesucht. Da wird die Damenwelt ja richtig traurig sein“. Nabila zuckte die Schultern: “Dahingehend habe ich keine Ambitionen. Ach, Ma´am ich habe da eine Frage. Als Wiedergutmachung für den, der auf dem Boden kniete, muß ich heute zu ihm zum Dinner. Was zeiht man denn da an? Ich besitze nur Lederhosen und kurze Shirts“. Joanna schmunzelte: “Ein Cocktailkleid wäre nett. Kommen Sie später in mein Quartier, ich habe da bestimmt was passendes für sie. Und jetzt weg treten. Ach übrigens, der kniende heißt Jonathan Roake und ist einer ihrer Lancer“. Nabila lächelte: “Aye Ma´am. Na da wird ja morgen eine Überraschung auf ihn zu kommen. “Sie zog sich zurück und sah Roake gerade den Flur raufkommen. Beide gingen aneinander vorbei und musterten sich. Der ist ja ein Prachtexemplar seiner Gattung, na egal. Wen scherts schon, dachte sie. Das ist immer noch eine Traumfrau, und kämpfen kann sie auch noch. Na mal sehen was der Abend so bringt, dachte er.

Jonathan hatte gute Beziehungen zur Küche und die hatte er auch gewaltig ausgenutzt. Zwar könnte er keinem erklären was sie genau essen werden, aber seine Kumpels haben ihm versichert das eine Nietzscheanerin nach diesem Mahl Butter in seinen Händen sei.

Er hatte sich richtig viel Mühe gegeben um dem bevorstehenden Abend eine persönliche Note zu geben. Leise Musik, überall waren Kerzen verteilt die ein sanftes Licht ausstrahlten und auf jeder, sich nur bietenden Möglichkeit lagen Blumen. Es duftete angenehm in seinem Quartier. Noch 10 Minuten Zeit, kurzer Check. Jonathan überlegte was er anziehen sollte was nicht verfänglich wäre und entschied sich für ein schwarzes T-Shirt und eine Drillich Hose.

Punkt 20:00 Uhr summte es an seiner Tür, Roake rannte fast hin um sie persönlich zu öffnen. Als die Tür zur Seite glitt standen sich beide etwas sprachlos gegenüber. Nabila trug ein kurzes, schwarzes Etuikleid ohne Ärmel und sah, in seinen Augen, atemberaubend aus. “Ich denke ich komme in 5 Minuten noch mal wieder bis Sie umgezogen sind“: bemerkte Nabila zu seinem Aufzug. Jetzt war es an ihm verlegen zu sein. Er hatte ja auch Dinner gesagt, woher sollte er auch wissen das sie Kleider besitzt. Roake nahm ihre Hand und zog sie rein: “Erst bekommen Sie etwas zu trinken und dann ziehe ich mich sofort um“. Irgendwie vergaß er ganz ihre Hand loszulassen und zog sie bis in den kleinen Küchenbereich hinterher. Nabila fand es sehr angenehm seine kräftige Hand zu spüren und ging mit ihm. Jonathan drückte ihr ein Glas mit einer klaren Flüssigkeit in die Hand worin eine Olive schwamm. “Ich bin gleich wieder da“: versprach er und verschwand im Nebenraum. Sie nippte an dem Getränk welches ihr sofort zusagte und schlenderte dabei durch sein Quartier. Dabei kam sie natürlich auch an seinem Bett vorbei. Überall lagen Blumen und besonders viele auf dem Bett, sie runzelte die Stirn. Nabila setze sich auf die Couch von wo aus sie ins All blicken konnte. Roake stand schon seit einigen Minuten in der Tür und beobachtete sie. Ihren skeptischen Blick auf das Bett hatte er auch bemerkt.

„Wollen wir essen?“: fragte Roake in den Raum hinein. Nabila nippte immer noch an diesem Getränk und nickte nur. Er brachte das Menü herein, holte den Wein, entkorkte die Flasche und goß die Gläser voll. Dann ging er zu ihr nahm ihre Hand und zog sie von der Couch hoch um sie zum Tisch zu führen. Das Essen war wirklich einzigartig und beide schlemmten schweigend. Die erste Flasche Wein war schon leer und Roake holte die zweite. Er bemerkte wie Nabila dem Wein sehr angetan war, ihre Wangen röteten sich bereits und ihre Augen strahlten. Das Essen war beendet und sie setzten sich auf die Couch. Roake nahm den Wein und die Gläser mit. Sie unterhielten sich über ihren Werdegang beim Militär bis die dritte Flasche Wein geköpft wurde. “Möchten Sie vielleicht tanzen?“: fragte Roake als er gerade neue Musik aus dem Bordcomputer abrief. Nabila sah ihn mißtrauisch an: “Gerne“. Sie stand auf, entledigte sich ihrer Schuhe und ging auf ihn zu. Nabila hatte den Kopf gesenkt, ihre Haare fielen in ihr Gesicht und sie sah in von unten her mit einem eigenartigen Ausdruck in den Augen an. Sein Magen krampfte sich zusammen. Sie legte eine Hand um seinen Nacken und die andere auf seine Brust. Roake wiederum legte einen Arm um ihre Taille und die andere suchte ihre Hand welche auf seiner Brust lag. Er zog sie enger an sich. Nabila hob ihren Kopf und sah ihn wortlos an. Ihre Augenlider waren bereits etwas schwer und somit wirkte ihr Blick sehr verrucht. Sein Mund näherte sich ihrem und sie schloß die Augen. „Ich werde jetzt gehen“: unterbrach sie die romantische Stimmung. Sie löste sich aus seiner Umarmung, holte ihre Schuhe und ging barfuß zur Tür. “Danke für das Essen, es war sehr gut“: bemerkte sie noch und verließ den Raum. Roake stand immer noch an der gleichen Stelle und überlegte was eben passiert ist. Auf jeden fall nicht das was er erhofft hatte.

Nabila betrat Punkt 06:00 Uhr Bordzeit den Trainingsraum des Lancer Corps. Sie trug Drillichhosen und ein schwarzes, enges T-Shirt und schwere Stiefel. Auf ihrem Oberarm konnte man die Tätowierung des Lancer Corps sehen und auf dem T-Shirt ihren Rang. Sofort sprangen alle Männer und Frauen auf. Roake und Hanson dachten sie müßten ihn Ohnmacht fallen. Sie ist der Kommandant, ihr Kommandant.

Sie hatte in ihrem Zug 20 Leute unter sich, war aber für die anderen 150 auch verantwortlich. Nabila hatte sich nach Durchsicht der jeweiligen Militärinformationen für diese Leute entschieden. Sie fürchteten weder Tot noch den Teufel.

„Guten Morgen Ladys und Gentlemen, wie sie bereits wissen bin ich ab sofort ihr Commander. Mein Name ist Lieutnant Colonel Paresi und ich bin eine Nietzscheanerin“. Ein Raunen ging durch die Leute. “Ich gehe stark davon aus das sie kein Problem damit haben werden, außer beim Training vielleicht. Sehe ich das richtig? “Alle standen stramm: “Jawohl Ma´am“. Nabila nickte. “Gut, dann wollen wir die müden Muskeln ein bißchen anwärmen.20 Minuten im Kreis laufen, damit es nicht so langweilig wird gibt es auch ein bißchen Musik“. Sie speiste den Computer mit ihrer speziellen Musik und lief dann los. Ihr Tempo war ziemlich hoch und allen war klar das da keiner mithalten kann. Nach den 20 Minuten wurden alle in Pärchen eingeteilt zu den Nahkampfübungen. Nabila suchte sich Roake und Hanson aus als Partner. “Also los, und kein Pardon mit dem Gegner“: forderte sie ihre Truppe auf, machte eine Drehung und versetzte Roake einen Tritt vor die Brust. “Kommt Lady´s, ihr sollt euch auch wehren. Vergeßt das ich euer Kommandant bin. Stellt euch vor ich wäre der Feind“. Hanson und Roake mußten sich erst an diese Tatsache gewöhnen denn ihre vorigen Kommandant waren männlich gewesen und haben nie selber mittrainiert. Nabila baute sich vor beiden auf: “Habe ich mich in euch so getäuscht, ihr Zuckerpüppchen? Braucht ihr es schriftlich von mir? Ich kann euch auch so verdreschen, wie ihr wollt“. Sofort attackierte Nabila beide gleichzeitig mit Drehungen und Sprüngen, Tritten und Fausthieben. Die beiden Männern hatten sehr viel Mühe mit ihr klar zu kommen. Wer schlägt schon gerne auf eine Frau ein?

Nach 90 Minuten fielen alle, bis auf Nabila, um wie die Fliegen. Japsend, nach Luft ringend lagen alle auf den Matten. Nabila machte noch ein paar Dehnübungen und ließ die Leute verschnaufen. Dann sprang sie auf: “Ihr werdet jetzt duschen gehen, euch umziehen und danach Schießübungen machen. Morgen trainieren wir den Nahkampf mit Kampflanzen, das macht viel Spaß .Los raus jetzt“. Alle sprangen auf und liefen im Dauerlauf raus. Als Roake an ihr vorbei lief sahen sie sich beide für endlos scheinende Sekunden an.

“Roman ich muß zum Doc“. Das Hologramm erschien: “Der Doc ist auf Deck 20“.Der Lift stürzte sich bereits in die Tiefe.

Beim Doc angekommen betätigte sie die Sensortaste. “Kommen Sie schnell herein“: ertönte es aus der Krankenstation. Nabila trat ein und sah eine kleine, rundliche Frau hin und her wieseln. “Ich komme gleich“: rief sie Nabila zu. “Ich bin Dr. Jennifer McAllister, aber alle sagen Jen zu mir. AH, lassen Sie mich raten. Sie sind Lt.Col.Nabila Shauna Paresi. Freut mich Sie kennen zu lernen aber oft möchte ich Sie hier nicht sehen“: sprudelte es aus dem Doc heraus. “Wir werden Blut abnehmen und einen totalen Check machen müssen“. Nabilas Stirn kräuselte sich ungehalten. “Los Kindchen runter mit den Klamotten und auf den Tisch legen“. Sie tat genau das was der Doc sagte. Eine halbrunde Röhre schloß sich um ihren Körper und der Doktor scannte ihre Daten. “Was ist denn das?“: entfuhr es ihr verblüfft. Nabila hob leicht den Kopf: “Was ist was?“. Der Doc schüttelte den Kopf: “Das kann ja nicht stimmen, hier wird angezeigt das sie noch Jungfrau sind“. Nabila nickte: “Ja ich weiß und nun?“. Jennifer ging einen Schritt zurück und überprüfte Nabilas Akte. “Sie sind 29 Jahre alt und Jungfrau?“. Nun wurde es Nabila zu dumm. Sie drückte die Röhre hinunter und stand auf um sich anzuziehen. “Ich bin eine 29 jährliche, sterile, nietzscheanische Jungfrau. Das sind Fakten die ich bereits kenne, Sie sagen mir da nichts neues Doc“. McAllister sah sie mit offenem Mund an. “Sie sind der Traum jeden Mannes und noch Jungfrau? Wenn ich so aussehen würde wie Sie wäre kein Mann vor mir sicher. Besonders dieser Roake hat es mir angetan. Bei dem stimmt einfach alles und er ist noch nicht mal ein schöner Mann. Er hat Ausstrahlung. Mal animalisch, mal romantisch. Naja,wie dem auch sei. Mädchen Sie wissen nicht was Sie versäumen“. Nabila zog ihr T-Shirt straff: “Doc, lassen Sie sich eins gesagt sein. In meiner Situation möchte niemand so aussehen wie ich. Danke und bis demnächst“. Sie machte das sie da rauskam. Sie dachte bei sich das sie jetzt ein Training vertragen könnte um ihre Wut und die Aggressionen heraus zu lassen. Ein Blick auf die Uhr bestätigte ihr das sie noch 30 Minuten abzweigen könnte. Die nächsten 30 Minuten verbrachte sie damit einem Sandsack Verstand einprügeln zu wollen.

Roake lag mit unter dem Kopf verschränkten Armen auf seinem Bett und starrte die Decke an.Er überlegte wie er weiter verfahren sollte was Nabila angeht. Er hatte den Eindruck das für sie die Angelegenheit erledigt sei. Sie hatte mit ihm das geforderte Dinner eingenommen und jetzt sind sie quitt. Sein Türsummer ertönte. Er sprang auf und lief zur Tür: “Herein“. Die Tür glitt zur Seite und Nabila stand in Sportklamotten und ihrer Uniform unter dem Arm vor der Tür. “Geht Ihr Wasser unter der Dusche?“: fragte sie, schob Roake zur Seite und lief gleich in sein Badezimmer um es zu testen. “Ich dusche mal kurz bei ihnen“: rief sie und drehte das Wasser an. Roake setzte sich lächelnd auf sein Bett. Er war sprachlos wie unverschämt sie war und gleichzeitig beruhigt da sie ihm vertraute. “Brauchen Sie noch was?“: brüllte er ins Bad. Schon ging die Tür auf und sie stand in das Handtuch eingehüllt im Türrahmen. Er starrte sie nur an. Von dem heißen Wasser war ihre Haut leicht gerötet. Nabila kannte diesen Ausdruck in seinen Augen sehen und bekam eine Gänsehaut. Er stand auf und ging auf sie zu. Sie runzelte die Stirn. Er stellte sich hinter sie. Sie konnte seinen Atem auf ihrer Haut spüren. Warum sind Sie gestern so schnell gegangen?“: flüsterte er heiser in ihr Ohr. Er hätte gerne seine Arme um sie gelegt und sie nur festgehalten. Nabila dachte nur wie gerne sie bei ihm nachgeben würde, es aber nicht durfte. Seine Wange lag fast an ihrer und für einen Moment hätte sie gerne ihren Kopf zurückgelegt weil sie sich einfach frei fühlte. Keine Konventionen, keine Schande und keine Erwartungshaltungen anderer an sie. Er hielt ganz still. Sie drehte sich um und ging ins Bad zurück. Als sie aus dem Bad kam und ihre Uniform wieder trug war sie wieder ganz Nietzsches Tochter.

„Danke Roake“: war alles was sie sagte und wollte den Raum verlassen. Als die Tür sich öffnete kam der 1.O. gerade vorbei, blieb stehen und sah sie an. Nabila fletschte kurz die Zähne und sah nach links und rechts. Joanna winkte das sie schnell machen soll. Nebeneinander liefen sie den Gang hinunter Richtung Brücke. “Hast Du meinen Rat befolgt und genießt jetzt das Leben? “Nabila schüttelte den Kopf: “Auf einigen Ebenen gab es keine Wasserversorgung also habe ich bei Roake geduscht“. Joanna lachte herzhaft los und prustete: “Du hast was gemacht? Bist einfach zu ihm gegangen und hast bei ihm geduscht? Du bist ja noch unverschämter als ich“. Nabila zuckte nur die Schultern.



Das Lancer Corps hatte abends Landgang erhalten und teilte sich in Grüppchen auf. Roake wollte nur in Ruhe etwas trinken und sich amüsieren. Er war schlecht gelaunt. Ein Dinner mit dem Kommandanten hatte ja schließlich nicht jeder. Roake entschied sich für eine Bar die anscheinend sehr gut gefüllt war. Er konnte die Sängerinnen bis draußen hören und ihm gefielen die Stimmen. Er trug ein enges schwarzes T-Shirt, Lederhosen und einen langen schwarzen Ledermantel. Nach Roake drehten sich viele Frauen um und sendeten ihm eindeutige Signale. Momentan hegte er absolut kein Interesse, jedenfalls nicht an diesen Damen. Er bahnte sich einen Weg zur Theke und bestellte ein Bier. Mit der Flasche lehnte er sich an eine Säule um die Sängerinnen besser sehen zu können. Roake verschluckte sich beinahe. Nabila und Joanna waren auf der Bühne. Beide sahen überwältigend aus. Jeder schien Nabila zu kennen und ihre Vorlieben was Getränke betraf. Gelegentlich stellte jemand ein blaues Cocktailglas auf die Bühne. Er war wie betäubt, ihre Stimme schickte ihm einen Schauer nach dem anderen über seinen Körper. Es war sehr warm in der Bar und Roake zog den Mantel aus und legte ihn über einen Stuhl. Die Ladys beendeten ihre Gesangseinlagen nicht ohne versprechen zu müssen später noch mal zu singen. Nabila beachtete keinen der Anwesenden und ging zielstrebig auf die Theke zu, hautnah an Roake vorbei. Ihr Gang stockte und sie blickte von unten zu ihm herauf. Er bekam eine Gänsehaut. Wortlos ging sie weiter zur Theke und Joanna. Beide amüsierten sich miteinander prächtig bis ein Hüne auftauchte und Joanna entführte. Roake sah beide die Treppe nach oben verschwinden und grinste. Diesen Gang hatte er auch schon etliche male hinter sich. Nicht in dieser Bar, aber in der Hinsicht waren sie alle gleich. Es gab immer Möglichkeiten für Liebespärchen sich zurück zu ziehen. Es zog ihn magisch zur Theke. Nabila ignorierte ihn weiter und nippte an ihrem blauen Getränk. Sie beobachtet ihn im Spiegel bis er es bemerkte und sie ansah. Nabila zuckte mit keiner Wimper zusammen, im Gegenteil sie musterte jeden Teil seines Gesichtes und Oberkörpers völlig ungeniert. Sie mußten zusammenrücken weil es immer voller wurde seit bekannt war das Nabila heute singt. Sie drehte ihm den Rücken zu und er stand eng hinter ihr. Sie konnte jeden seiner Muskeln spüren und mußte tief ein und aus atmen. Roake atmete den Duft ihrer Haare ein und blickte wieder in den Spiegel und in ihre Augen. Er legte seinen Arm um ihre nackte Taille und spürte ihre Bauchmuskeln. Was hatte Joanna zu ihr gesagt? Nimm was dir gefällt und dann leg es wieder zur Seite? Sie nahm seine Hand und verdrehte sie ihm schmerzhaft.

In diesem Moment schlängelten Joanna und ihr Begleiter sich durch die Menge auf sie zu. Joanna strahlte und drückte ihr wortlos einen Schlüssel in die Hand und zog Roake und Nabila von der Theke weg und drückte sie die Treppe rauf. Beide blieben stehen und sahen sich an. Sie nahm seine Hand und legte den Schlüssel hinein: “Na dann viel Spaß noch“. Mit diesen Worten ging sie zum Podium und sang weiter.



„Hier spricht Captain Warren, alle Offiziere unverzüglich auf die Brücke, Code blau“. Nabila sprang aus dem Bett und schlüpfte in ihre Drillichhose und ein T-Shirt und rannte den Gang hinunter. Unterwegs traf sie die anderen Offiziere die ebenfalls etwas derangiert aussahen. Auf der Brücke herrschte bereits reges Treiben. Alle nahmen Haltung an. “Rührt Euch Leute, wir haben einen Notruf erhalten. Die Drago Kasov haben eine unserer Siedlungen angegriffen und sind dabei alle auszurotten. Wir sind gleich im Orbit von Nora Risa. Das Lancer Corps geht als erstes runter. Paresi, sie werden mit ihrer ausgewählten Einheit die Lage sondieren und wenn möglich klären. Sollten es zu viele sein schicken wir die restlichen auch runter. Alles klar?“. Alle nickten. “Paresi sie kennen ihre Befehle also los“. Nabila nahm Haltung an und verschwand. Über ihr Com Gerät informierte sie ihre Truppe. Treffpunkt Hangar 5 in 10 Minuten in voller Montur.

Sie fanden sich alle pünktlich am Hangar ein. “Wir gehen runter, sondieren die Lage, wenn möglich sind die Aggressoren sofort zu liquidieren. Ohne Rücksicht, haben wir uns verstanden?“ Alle brüllten: “Ja Ma´am“.

Also los Mädels rein in das Shuttle die Zeit rennt und die Leute warten auf uns“. Im Sprint bestiegen alle das Shuttle und es hob sofort ab und brachte sie runter auf Nora Risa. Wärmesignaturen erleichterten ihnen die Ortung der Drago Kasov und der Siedlung. “Wenn wir unten sind geht ihr in den bekannten Zweiertrupps vor. Kein Funkkontakt nur Handzeichen. Hanson führt den zweiten Trupp an. Keine Alleingänge. Ihr kennt Eure Befehle.“

Das Shuttle landete 2 Kilometer außerhalb der Siedlung. Sie verließen schnellstens das Shuttle damit es sofort wieder starten konnte. Die zwei Kilometer überwanden sie im Trab. Man konnte von weitem schon Schüsse und Schreie hören. Nabila gab Handzeichen. Vier Leute brachen aus ihrer Truppe aus und liefen links herum zur Siedlung. Die anderen vier rechts herum. Hanson hatte sich mit seinen Leuten bereits abgeseilt und war unterwegs zur Rückseite. Nabila wartete mit den restlichen 6 ihrer Leute ein paar Minuten. Es knackte kurz im Funkbereich. Hanson hatte seine Position erreicht. Nabila machte Handzeichen und lief gebückt auf die Siedlung zu die von hohen Büschen umgeben war. Das gab ihnen genug Deckung. Es knackte insgesamt 15 mal das bedeutete 15 Drago Kasov innerhalb der Siedlung. Sie gab 3 ihrer Leute Handzeichen zur Rückendeckung, unter ihnen war auch eine Frau, Corinne. Nabila wollte das Weibchen nicht in der unmittelbaren Gefahrenzone haben. Mit dem Rest kroch sie in die Siedlung hinein, unter ihnen auch Roake. Sie schlichen an einem Haus entlang und kamen auf einen Platz wo die Abschlachtung tobte. Nabila konnte ihre anderen Leute sehen und gab Handzeichen sich anzupirschen und die Drago Kasov kalt zu machen.

Jeder war jetzt auf sich fast alleine gestellt. Nabila drückte sich an die Wand und zog ihre dicke Kampfweste aus. Roake packte sie am Arm und sie schüttelte ihn ab. Nur mit zwei Kampflanzen bewaffnet und ihren beiden Messern in den Stiefeln robbte sie zwischen Körben, Tischen und Bänken hindurch auf zwei der Aggressoren zu. Heute schien hier Markt gewesen zu sein. Überall lag Obst und Gemüse herum und umgekippte Stände. Gut zum verstecken. Die Drago Kasov waren sich ihrer so sicher das nirgends auch nur eine Wache stand. Sie lachten während sie die Menschen abschlachteten. Sie nahmen keine Rücksicht auf Alter und Geschlecht. Nabila blickte sich um ob alle auf Position waren. Alle gaben Zeichen das sie bereit wären. Sie machte das Zeichen für Angriff. Einer der Drago stand nur ein Meter von ihr entfernt und merkte noch nicht mal wie Nabila ihm die Kehle durchschnitt und ihn dann als Schutzschild benutzte und mit seiner Waffe noch 2 seiner Leute ummähte. Nabila war von seinem Blut total besudelt, es lief ihr die Schulter herunter. Sie warf ihn weg wie eine leblose Puppe. Dann rannte sie los, machte einen Salto und landete genau vor dem Kommandanten des Trupps. Sie hatte bereits beide Kampflanzen in der Hand und feuerte aus kurzer Entfernung. Er trug allerdings eine Schutzweste und konnte somit einen der Schüsse abfangen. Er hechtete in Deckung. Nabila setzte ihm hinterher, er hatte sich hinter einem der Stände verschanzt, seine Waffe hatte er verloren. Als sie um den Stand hechtet stand er bereits vor ihr und rammte ihr ein Stuhlbein in die Schulter und schob sie damit quer über den Platz. Nabila stöhnte auf vor Schmerz und biß die Zähne zusammen. Er stieß sie gegen eine Hauswand. Nabila hob blitzschnell ihre Hand mit dem Messer und trennte seine Hand ab und stach ihm in den Unterleib .Er fiel nach vorne auf sie drauf und rammte das Stuhlbein noch tiefer hinein. Sie sah Sterne, stieß ihn von sich und sondierte die Umgebung. Die Siedler hatten sich verschanzt.3 Drago Kasov kämpften noch um ihr Leben, hatten aber keine Chance gegen ihre Leute. Nabila stand mühsam auf und ging auf ihre Leute zu.

Roake sah den Drago Kasov wie er Nabila quer über den Platz schob. Er konnte die Mordlust in ihren Augen sehen und erschauerte. Sie trennte ihm eine Hand ab und stieß das Messer in seinen Unterleib. Sie stieß ihn dann von sich weg und erhob sich. Jetzt sah er erst das Stück Holz in ihrer Schulter. Sie war vom Kinn abwärts mit Blut besudelt. Er wollte auf sie zulaufen aber sie machte eine abwehrende Handbewegung.

Die Siedler kamen langsam aus ihren Häusern heraus und bedankten sich überschwenglich. Nabila gab Anweisung das Shuttle der Drago Kasov mit zu nehmen. Keiner durfte sie berühren. Sie war leichenblaß weil sie immer noch Blut verlor. “Captain, hier Paresi. Lage sondiert und geklärt. Haben ein Shuttle erbeutet und kommen nach Hause“. Sie nahm ihre Weste: “Los Abmarsch, wir werden gleich abgeholt. “Roake nahm sie beim Arm und sie stöhnte auf: “Lt.Col. ich bringe sie zum Shuttle“. Nabila striff seine Hand ab: “Es geht schon ich kann noch alleine laufen und werde das auch tun“. Hocherhobenen Hauptes ging sie allen voran aus der Siedlung heraus. Das Shuttle landete kurz daneben. Sie ging in das Shuttle und setzte sich in den Gang. Das Holz sah vorne und hinten aus der Schulter heraus, also konnte sie sich nicht setzten. Hanson setzte sich auf eine Seite und Roake saß in ihrem Rücken. So konnte sie sich wenigstens ein bißchen anlehnen. Alle blickten besorgt und keiner sagte ein Wort. “Ihr wart großartig Leute. Übrigens ich lebe noch. Unterhaltet euch, singt oder tanzt aber ich will was hören. “Sofort setzten die Unterhaltungen ein. Corinne kuschelte sich an Roake: “Gott sei Dank ist dir nichts passiert, ich wäre gestorben“. Nabila verzog angewidert das Gesicht und Hanson mußte grinsen.

Sofort als das Shuttle landete brachten ihre Leute sie raus. Nabila fegte alle Hände zur Seite, ging bis zur Tür und knickte in den Knien ein. Hanson und Roake kamen sofort angerannt. “Faßt mich an und ich breche euch die Arme“: zischte sie und erhob sich schwerfällig. Langsam machte sie sich auf den Weg zur Krankenstation, alle liefen brav hinter ihr. Vor der Krankenstation blieb sie stehen und scheuchte alle weg: “Mir geht es gut. Ich will euch morgen 06:00 Bordzeit zum Training sehen. Wegtreten“. Sie öffnete die Tür und ging langsam hinein. “Bist du irre Mädchen? Setzt dich auf den Tisch, sofort“: brüllte Jen sie an. Sofort injizierte sie ihr ein Narkotikum. Sie lief zur Tür und brüllte raus: “Hanson, Roake ich brauche euch, kommt sofort her“. Im Laufschritt kamen beide zurück und entledigten sich ihrer Ausrüstung und betraten die Krankenstation. Das Morphium hatte bereits Wirkung bei Nabila gezeigt, sie saß mit gesenktem Kopf auf dem Tisch. “Ich muß das Shirt herunterschneiden, ihr müßt sie gut festhalten. Dann muß ich das Stuhlbein herausziehen. Sie muß ganz grade sitzen sonst verletzte ich zuviel“. Die Männer hielten Nabila zwischen sich fest während der Doc das T-Shirt wegschnitt. Ihr Kopf lag auf Hansons Brust. “So Jungs, jetzt gut festhalten, sie wird bestimmt schreien. Das ist egal. “Jen packte das eine Ende des Beins und zog es einem Ruck heraus. Nabila riß den Kopf hoch, sah Hanson mit zusammen gepreßten Augen an und senkte wieder den Kopf. “Sie ist ein zähes Aas unsere Kleine, jede andere hätte den Laden zusammen gebrüllt. Danke Jungs ihr könnt gehen, den Rest mache ich alleine. “Schmeiß sie raus, Jen: grollte Nabila.

Der Doc schob die beiden Männer heraus: “Ich denke nicht das ihr mit ihr rechnen könnt“.

Jen drehte sich um zu Nabila: “Jetzt wird es richtig lustig“. Nabila verdrehte nur die Augen und schloß sie ergeben.

Die Wunde verheilte sehr gut und es war kaum eine Narbe zu sehen. Dank der modernen Medizin.

Joanna und Nabila hatten sich angefreundet und angewöhnt jeden zweiten Tag gemeinsam Nahkampf zu trainieren. Der 1.O. war da sehr froh darüber da bis heute niemand mit ihr mithalten konnte. Nietzscheaner hatten einfach mehr Ausdauer als Menschen. Selbst Lancer machten nach einer Stunde schlapp. Die beiden Frauen hatten bereits die zwei Stunden Marke übertroffen als beide dann japsend und lachend auf der Matte liegen blieben.

Joanna drehte sich auf den Bauch und stützte sich mit den Ellbogen ab: “Sag mal, was machst Du eigentlich wenn Dein Paarungszyklus beginnt?“. Nabila rollte sich herum und stützte ihren Kopf auf ihre Hand: “Zähne zusammen beißen und durch, und Du?“. Joanna lachte: “Wenn ich die Möglichkeit habe nehme ich mir einen Mann, was denn sonst?“. Nabila grinste: “Aber niemanden von der Romanum, oder?“. Der 1.O. setzte sich hin: “Wo denkst Du hin, nein natürlich nicht. Obwohl, bei Roake und Hanson würde mir gerne mal ein Ausrutscher passieren. Nein, im Ernst. Manchmal haben wir ja Gelegenheit von Bord zu gehen und da gehe ich dann meist in Karaoke Bars“. Nabila quietschte auf vor Vergnügen: “Ich liebe Karaoke Bars“: Joanna nickte: “Das habe ich lebhaft mit bekommen, außerdem steht es in deiner Personalakte. Nur mit dem Unterschied ich verdresche die Kerle nicht, ich zerre sie ins Bett“. Nabila lachte bis ihr die Tränen kamen. Joanna sah sie vergnügt an: “Schön dich so ausgelassen zu sehen, sobald ein Mann dabei ist könnte ich auch mit einem Gefriergerät sprechen“. Nabilas Gesicht verfinsterte sich: “So halte ich sie mir wenigstens vom Leib. Es geht mir einfach auf die Nerven das die um einen herumstreunen wie läufige Köter“. Joanna stand auf und zog Nabila an der Hand mit hoch: “Komm mal mit, ich will dir mal zeigen was die Männer in uns sehen“. Sie gingen bis zu dem riesigen Spiegel der die halbe Wand der Halle bedeckte und stellten sich direkt davor. Was ihnen da entgegen sah waren in Männeraugen einfach zwei Vollblutfrauen. Die eine blond und lieblicher die andere dunkel und rassig. Die langen Haare rieselten ihnen den Rücken hinunter bis zu den Hüften. Wer hätte da widerstehen können? Joanna strich Nabila liebevoll eine dunkle Haarsträhne aus dem Gesicht: “Wollen wir heute gemeinsam in eine Bar gehen? Du verdrischst die Kerle und ich schleppe sie ab, ok?“.

Nabila lächelte verschlagen: “Nur wenn Du mit mir zusammen auf der Bühne singst, Du hast so eine tolle Stimme...Biiiittteee“: bettelte sie. Joanna verzog das Gesicht: “Na gut. Aber nur wenn Du mich auf der Bühne anmachst“. Kein Problem für mich, Dein Wunsch ist mein Befehl“: entgegnete Nabila. Joanna nahm ihre Hand: “Süße Du solltest wirklich mal in Betracht ziehen Dir einen Mann zu nehmen. Das baut auch Deine Aggressionen ab. Ich weiß das aus Erfahrung. Wenn ich das nicht tun würde von Zeit zu Zeit würde ich den Männern hier die Schädel einschlagen. Übrigens, ein guter Rat von mir. Nimm Dich vor Hanson in acht. Der ist scharf auf Dich wie eine Rasierklinge. Er weiß das Du hier keinen Lover an Bord hast und das macht ihn noch gefährlicher“. Nabila sah sie scharf an: “Hanson scharwenzelt jeden Tag um mich herum und seine Blicke jagen mir Schauer über den Rücken. Irgendwas hat er an sich was mich anzieht“. Joanna lächelte: “Es ist das animalische in ihm was Dich anzieht. Mir ging es genauso, aber ich bin der 1.O. an Bord und deshalb tabu. Los komm jetzt, laß uns duschen gehen. “.Nabila scheuchte Joanna mit einer Handbewegung fort: “Geh Du schon mal, ich mache noch ein paar Sprünge dann gehe ich auch. Hol mich doch um 19:00 Bordzeit in meinem Quartier ab“. Joanna schnappte sich ihr Handtuch und nickte bestätigend: “Bis später“. Nabila hörte nicht wie jemand den Raum betrat. Sie hatte sich auf der Matte lang ausgestreckt und rekelte sich zur Entspannung der Muskeln. “Verdammt hübscher Anblick“: hörte sie Hansons Stimme. Innerlich verdrehte sie die Augen. Nabila schlug ihre Augen auf und sah ihn mit ihren grünen Augen ausdruckslos an. Hanson hockte sich neben sie auf die Matte. Er sah auf irgendeine Art sehr anziehend aus, wenn er sich nicht gerade wie ein Arschloch aufführte. “Was muß ich tun um ein date mit Ihnen zu bekommen?“. Hanson hatte sich neben ihr lang ausgestreckt und stützte seinen Kopf mit der Hand ab. Sie sah zu ihm nach oben und befeuchtete ihre Lippen: “Ich denke ein date ist das letzte was Sie von mir bekommen werden“. Als er ihre Zunge sah die ihre Lippen befeuchteten schossen ihm tausend Sachen durch den Kopf die er gerne mit ihr machen würde. Sie war rassig, unnahbar, stolz und überheblich. genauso mußte sie auch sein ansonsten machte es ihm auch keinen Spaß. Er brauchte die Herausforderung. Nabila merkte wie sich ihr Paarungszyklus bemerkbar machte. Wenn sie sich jetzt nicht sofort unter eine kalte Dusche begeben würde könnte es Ärger geben. Hanson würde sich darüber freuen nur sie nicht, weil sie etwas tun würde was sie eigentlich nicht will. Nabila wollte sich erheben aber Hanson hielt sie am Oberarm leicht fest und lies seine Hand ihren Arm heruntergleiten. Er stellte mit Genugtuung fest das sie eine Gänsehaut bekam. Sie hockte jetzt vor ihm da er ihr Handgelenk immer noch nicht losgelassen hatte. Ihre Augen fingen an zu glitzern: “Was wollen Sie eigentlich von mir Hanson?“. Er sah sie ernst an: “Alles“: flüsterte er in ihr Ohr. Sie bekam schon wieder eine Gänsehaut und wollte ihm ihre Hand entziehen. Hanson hielt sie fest und richtete sich auf .Jetzt knieten beide voreinander und Hanson strich ihr eine widerspenstige Haarsträhne aus dem Gesicht. Seine Hand blieb auf ihrer Wange liegen und mit dem Daumen strich er sanft über ihre Lippen. Reflexartig schloß sie ihre Augen und öffnete leicht ihren Mund. Hanson nahm seinen Daumen weg und wollte ihren Mund mit seinen Lippen schließen. Nabila riß sich los und stand schnell auf ehe Hanson zupacken konnte. Schwer atmend stand sie jetzt aufrecht vor ihm. Hanson erhob sich langsam ohne sie aus den Augen zu lassen. Sie drehte sich wortlos um und verließ den Raum. In ihrem Quartier angekommen stand sie eine halbe Stunde unter fließendem kaltem Wasser bis sie sich einigermaßen im Griff hatte. Soviel zum Paarungszyklus.

Pünktlich um 19:00 Bordzeit stand Joanna bei Nabila vor der Tür. Nabila zog sie schnell hinein. “Beinahe ist es passiert“: flüsterte sie. Joanna zog die Augenbrauen hoch: “Mit Roake?“. Nabila fuchtelte abwehrend mit der Hand herum: “Nein,mit Hanson.Ich gebe zu ich hatte Mühe mich unter Kontrolle zu halten.Jetzt rede ich mal so wie du es immer tust.Am liebsten hätte ich ihn ins Bett gezerrt und danach verdroschen weil er mich dazu gebracht hat“.Joanna ließ sich lachend aufs Bett fallen:“Herrlich Liebes.Ich liebe dieses Gefühl wenn es sich so langsam in mir ausbreitet,du nicht?“.Nabila setzte sich auf die Bettkante und seufzte:“Ach,eigentlich nicht so sehr weil es mich so verletzlich macht.Du siehst ja in was für Situationen ich dadurch komme.“.Joanna setzte sich auf und legte ihr einen Arm um ihre Schultern.“Ich denke du kannst Dich einfach nicht entscheiden.Einerseits findest du Roake sehr anziehend und andereseits auch Hanson.Beide auf eine andere Art“.Nabila sah sie scheel von der Seite an:“Stell´Dir doch mal vor ich lasse mich darauf ein.Beide gehören zur Crew.Schluß jetzt.Ich will jetzt was trinken,singen bis ich heiser bin und meine Agressionen bei einer schönen Schlägerei abbauen.Nicht mehr und schon gar nicht weniger.Loß komm jetzt.Und kein Wort über Männer,verstanden?“.Joanna erhob sich und stand stramm:“Aye Ma´am,laß uns gehen“.

Auf dem Flur begegneten sie wieder einigen Crewmen die sich nach ihnen umdrehten.Beide waren in schwarzes Leder gekleidet.Nabilas Weste war vorne zum schnüren und ging noch nicht mal bis zum Bauchnabel den ein Edelstein zierte.“Joanna schüttelte den Kopf:“Wenn Du so rumläufst musst Du Dich nicht wundern das Dich die Kerle anmachen“.Nabila grinste:“Anschauen dürfen sie mich ja nur nicht anfassen,und diesen Unterschied müssen sie noch lernen“.

Sie flogen mit einem Shuttle nach Paros 2,einer der üblichen Vergnügungsplattformen in diesem Quadranten.Nach sorgfältiger Auswahl entschieden sie sich für Benny´s Karaoke Bar.Nachdem sie durch den Qualm die Theke gefunden hatten mussten sie feststellen das viele der Crewmitglieder anwesend waren,unter ihnen auch Roake.“Einen Blue Paradise und eine Pink Lady“:bestellte Nabila und drehte sich dann mit dem Rücken zur Theke.Roake hatte die beiden Ladys bereits beim betreten der Bar beobachtet.Er schüttelte den Kopf als er sah was Nabila trug.Da soll sie sich nicht wundern wenn die Kerle auf sie losgehen,selbst Hanson ist nicht mehr er selbst.Roake knurrte unwillig.

„Na,schon ein passendes Exemplare gesehen?“:nuschelte Nabila zwischen zwei schlucken.Joanna lümmelte lasziv auf der Theke herum und nippte an ihrer Pink Lady.“Roake sieht heute wieder zum Vernaschen gut aus,aber keine Bange.Ich seh mich mal ein bisschen um bin gleich wieder da“.Sie schlängelte sich durch die Massen davon.Nabila wollte gerade nach ihrem Glas greifen als eine dunkle,rauchige Stimme in ihr Ohr flüsterte:“Will unser Lt.Col. heute wieder eine Schlägerei anzetteln?“Roake lehnte grinsend neben ihr an der Theke eine Flasche Bier in der Hand und musterte sie schamlos.“Wenn Sie Ihre Blicke nicht im Zaum halten fange ich mit Ihnen gleich an“:knurrte Nabila ihn an.“Da wüsste ich was besseres.“:entgegnete er und nahm einen Schluck aus der Flasche.“Da könnte ich drauf wetten“:entgegnete sie scharf.Roake drehte sich um und lehnte sich auf die Theke und berührte dabei ihre Schulter.Sie musterte ihn von der Seite völlig ungeniert und musste sich eingestehen das er einfach unwiederstehlich aussah.“Gefällt Ihnen was Sie sehen?“:flüsterte Roake nah an ihrem Ohr.“Wenn ich es Ihnen sage,lassen Sie mich dann in Ruhe?“:fragte Nabila mit einem Augenaufschlag zum Steine erweichen.Roake musste schlucken:“Kommt auf die Antwort an“. Sie drehte sich zur Theke um und lehnte sich auf. Ihr Mund war dicht an seinem Ohr und sie sah im Spiegel wie er die Augen schloß: “Ja, mir gefällt sehr was ich sehe. Das ist aber auch schon alles“. Ihre Blicke begegneten sich im Spiegel. Er drehte blitzschnell seinen Kopf und sah sie an. “Sind Sie sich da absolut sicher?“. Er wollte sie aus der Reserve locken. Sie hatte sich nicht einen Millimeter bewegt. Ihre Gesichter waren dicht beieinander. Er tauchte in ihre grünen Augen ein. Roakes Daumen zog ihre rechte Augenbraue nach. Seine Handfläche blieb auf ihrer Wange liegen, die Finger in ihrem Nacken. Er zog sie energisch näher und sah sie nur an. “Roake nehmen Sie sofort Ihre Finger weg . Haben Sie vergessen das wir beide Crewmitglieder der Romanum sind? Außerdem bin ich Ihre Vorgesetzte“: knurrte sie. Wenn er nicht sofort aufhört reiße ich ihm die Klamotten vom Körper, dachte sie. Roake stellte sich vor sie hin. Nabila drehte den Kopf von ihm weg. In ihrem Kopf hämmerte es, Nabila hör auf, mach dem ein Ende. Das geht nicht gut. Er legte seine Wange an ihre. “Sind Sie sich da ganz sicher das sie mich deshalb meiden?“: flüsterte Roake heiser. “Wenn Sie nicht sofort Ihre Finger von mir lassen breche ich sie Ihnen“. “Na Kinder, amüsiert ihr euch?“: ertönte Joannas Stimme neben ihnen. Beide fuhren wie Hühner auseinander. Man sah ihr an das sie am liebsten geschnurrt hätte vor Wonne. “Bis eben ja“: sagte Roake und versuchte seine Fassung wieder zu erlangen. Nabila drehte sich zum Barkeeper um: “Noch einen Blue Paradise“. Sie kippte den Drink hinunter, winkte Joanna zum Abschied zu und verließ die Bar ehe der Abend in einem Desaster enden konnte.

Seit der Begegnung in der Karaoke Bar ging Nabila Roake aus dem Weg.Außerhalb ihres Dienstes traf sie sich nur mit Joanna zum Training ansonsten machte sie sich überall rar.Dieser Zustand ging schon seit einigen Wochen so und machte Roake zu schaffen.Es war ihm unmöglich sie irgendwo mal alleine anzutreffen.Aber manchmal geht das Schicksal seltsame Wege.

Nabila konnte mal wieder nicht schlafen.Im Laufe der Zeit nahmen ihre Agressionen immer mehr zu,was zum teil auch an Roake lag.Allerdings wollte sie sich diese Tatsache nicht eingestehen.Sie war wieder mal um 02:00 Bordzeit im Trainingsraum und prügelte seit einer Stunde auf den Sandsack ein.Außer Atem stand sie mit hängenden Armen vor ihrem Peiniger und fluchte vor sich hin.“Ich bin nur ein mieses Abbild einer Nietzscheanerin und werde es auch immer bleiben.“.Sie umklammerte den Sandsack und lehnte ihre Stirn an ihn.

„Ich glaube er ist schon tot“:ertönte eine wohl bekannte Stimme hinter ihr.Roake stand schon seit 5 Minuten da und beobachtete sie,versuchte aus dieser Person schlau zu werden.Er hatte sie in den letzten Wochen kaum gesehen,höchstens mal auf der Brücke beim Dienst.

Nabila fuhr herum:“Seit wann lungern Sie hier schon herum? Ich würde es vorziehen alleine zu trainieren.Also bitte.“Sie hatte Schatten unter ihren Augen und die Haare klebten ihr verschwitzt am Kopf.

Roake stieß sich von der Wand ab und ging auf sie zu:“Was habe ich Ihnen eigentlich getan das Sie mich wie einen räudigen Köter behandeln“:entgegnete er scharf.Langsam hatte er von dieser Behandlung die Nase voll.Nabila streckte ihren Arm warnend aus:“Machen Sie das sie weg kommen,haben Sie immer noch nicht kapiert das Ihre Anwesenheit nicht erwünscht ist?Wie deutlich soll ich denn werden?“.Er schäumte vor Wut und trat auf sie zu:“Jetzt ist es genug“.Sie ballte die Hände zu Fäusten und umkreiste ihn.“ok,Sie wollen Prügel?Die können Sie jetzt haben.Gott weis das ich das nie machen würde,aber Sie treiben mich ja gerade dazu“.Nabila grinste böse:“Rede nicht Mensch,greif an.Bring es hinter dich“.Roake schüttelte fassungslos den Kopf.Was ist nur in sie gefahren das sie sich so verhält?Da er keine Anstalten machte sie anzugreifen tat sie es.Nabila deckte ihn mit üblen Fausthieben in Nieren und Bauch ein,nebenbei gab es auch noch ein paar Fußtritte.Sie setzte ihm sehr zu,das musste er sich eingestehen.Er schenkte ihr aber auch nichts.Ein paar böse Schläge musste sie auch einstecken aber Nabila zuckte nicht einmal mit der Wimper.Roake war sich bewusst das er sie ko schlagen musste um aus dieser verfahrenen Situation heraus zu kommen.Er schaltete sein Feingefühl endgültig aus und versetzte ihr einen Kinnhaken der sie von den Füßen riß und in das Land der Träume beförderte.Nabila lag ausgestreckt auf der matte,aus der Nase lief Blut.Ihre Haare umfächerten ihre Gestalt.Roake ging in die Knie um wieder zu Atem zu kommen.

„Ach so betört ihr Menschen Eure Frauen“:lachte der 1.O. hinter ihm.Roake erhob sich mühsam und wollte Haltung annehmen.“Lassen Sie das jetzt,wir sind unter uns.Ich denke die Tracht Prügel hat sie redlich verdient.““Soweit wollte ich es nicht kommen lassen aber sie hat mir gar keine andere Wahl gelassen.Ich glaube sie wollte es sogar.:Roake ließ die Arme hängen und fiel wieder auf die Knie:“Sie ist ein zähes Luder und gibt einfach nicht auf.Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll.Sie gibt mir noch nicht mal eine Chance.Nach unserem Dinner dachte ich wir sind uns näher gekommen,aber weit gefehlt.Sie machte mich in der Bar an und dann tut sie als ob sie mich noch nicht einmal kennt.Was ist mit euch Nietzscheanerinnen bloß los?“.Joanna setzte sich zu ihm auf die Matte und betrachtete zärtlich Nabila die immer noch selig schlummerte:“Sie will niemanden an sich heran lassen,das ist das Problem.Jedenfalls keinen Mann,und schon gar keinen von der Romanum.Ich will Ihnen jetzt mal was verraten,aber das bleibt unter uns sonst muß ich sie umbringen. Nabila ist fest der Meinung das alle Männer mit guten Genen Kinder haben wollen.Da sie aber unfruchtbar ist und jeder das natürlich weiß,möchte sie sich nicht in Situationen bringen die sie nicht kontrollieren kann.Sie möchte nicht ein Zeitvertreib sein,also hält sie sich von Männern fern.Das Nabila sie angemacht hat liegt warscheinlich nur daran das sie mitten im Paarungszyklus ist und der macht uns besonders zu schaffen.Nach dieser Nacht wird sie warscheinlich anders von ihnen denken.Warten sie ab,ansonsten verdreschen sie den Lt.Col. eben noch mal“. Joanna drückte seine Schulter und stand auf. “Lassen sie hier liegen, das wird ihr eine Lehre sein, hoffe ich. Gute Nacht, Roake“. Joanna verließ den Raum.Roake stand auf und betrachtete die schlafende Frau, drehte sich um und ging in sein Quartier.

Nach einer Weile wachte Nabila auf und verzog das Gesicht.Ihr Kinn und ihre Nasen schmerzten etwas.Sie blickte sich um und sah das sie alleine war.Was für ein Mann,er hat mich doch glatt umgehauen und mich auch noch hier liegen lassen.Sie stand auf und reckte sich.Jetzt eine heiße Dusche und ein bisschen Schlaf.

Die Romanum war im Orbit der Zwillingsplaneten Solan und Sirus. Sirus war ein reger Handelsplanet und sie konnten sich wieder mit Lebensmittel und anderen Güter versorgen. Nabila hatte Nachrichten von ihrer Familie bekommen und ist mit dem Versorgungsshuttle nach Sirus geflogen. Sie hatte vier Stunden Zeit und bummelte durch Homestead. Ein hübscher kleiner Ort mit vielen Restaurants und Cafes. Die Sonne schien warm vom Himmel und sie setzte sich in ein kleines Cafe wo sie die Leute beobachten konnte. Nabila war ausnahmsweise mal unauffällig gekleidet. Jeans, weißes T-Shirt, Stiefel. Die Haare hatte sie zu einem dicken Zopf geflochten. Sie holte das Flexi hervor auf dem die Nachrichten ihrer Eltern gespeichert waren.Von dem gestrigen Kampf hatte sie einen schönen blauen Fleck am Kinn.Nabila bestellte sich einen Kaffee und fing an zu lesen.Sie nippte zwischendurch an ihrem Kaffee und schmunzelte vor sich hin.Ihre ältere Schwester Roxanna bekommt bald das vierte Kind.Ihr Bruder Laurence hat sich verliebt und ihre jüngere Schwester Pia bekommt ihr erstes Kind. Ihre Schwester Titziana war ebenfalls Offizier der Ehrengarde des Commonwealth und trat den Drago´s in einer anderen Galaxie gerade kräftig in den Hintern.Sie gehört ebenfalls dem Lancer Corps an.Ihren Eltern geht es gut und sie erzählen überall herum wie stolz sie auf Nabila seien,was für eine Karriere sie macht.Nabila setzte sich schnell eine Sonnenbrille auf.Ihre Augen schwammen bereits in Tränen.Sie freute sich so für ihre Schwestern und vermißte ihre Familie.Das warme Wesen ihrer Mutter,die Güte ihres Vaters und die Lebendigkeit ihrer Geschwister.

„Lt.Col.Paresi,ich würde Sie gerne wegen heute nacht sprechen“:sagte eine Stimme hinter ihr.Sie drehte sich um und da stand Roake vor ihr.Ein Bild von einem Mann.Nabila drehte sich wieder um: „Nicht jetzt. Außerdem gibt es da nichts zu besprechen. Die Sache ist erledigt.Machen Sie sich noch ein paar nette Stunden. Man sieht sich später“.Roake war nahe dran sie wieder zu verprügeln.Er setzte sich einfach an ihren Tisch.Nabila sah verärgert hoch: „Welchen Teil meines Monologs haben Sie jetzt nicht verstanden?“.Leider konnte er wegen der Sonnenbrille ihre Augen nicht sehen,aber irgendwie sah sie aus als ob sie geweint hätte und das stimmte ihn wieder milder. „Haben Sie nie das Bedürfnis nach Gesellschaft?“:fragte Roake offen heraus.Sie war sprachlos,das Gespräch nahm eine ganz andere Wendung als sie angenommen hatte. „Gelegentlich schon.Warum fragen Sie?“.Er stützte seine Ellbogen auf seine Knie und senkte den Kopf: „Aber nicht auf meine,warum eigentlich nicht?Ich fand unser gemeinsames Dinner sehr anregend und hätte es gerne wiederholt.Wie steht´s mit Ihnen?“ Jetzt nahm sie die Brille ab und beugte sich leicht zu ihm hinunter: „Ob ich mit irgend jemandem gerne zusammen wäre tut nichts zur Sache. Ich bin leitender Offizier. Mit weiblichen Mitgliedern zu verkehren ist erlaubt aber nicht mit männlichen. Wir sind schließlich kein fliegendes Freudenhaus“.Roake richtete sich wieder auf: „Sie haben meine Frage nicht beantwortet“.Nabila lehnte sich zurück in ihren Stuhl: „Können Sie sich an unser Gespräch in der Bar erinnern?Deshalb möchte ich ihre Gesellschaft nicht.Das Dinner hat auch mir sehr gut gefallen.Für alles, was weiter gehen würde könnte ich vor dem Kriegsgericht landen“.Er sah sich um:“Ich sehe hier weit und breit niemanden der uns kennen könnte“.Nabila sah sich um und lächelte leicht: „Ich schon,vier Lancer auf 3 Uhr“.Corinne kam langsam an den Tisch: „Hey Jonathan,Ma´am...Ich wollte fragen ob du Lust hast mit zukommen.Wir wollen runter zum Hafen,dort soll ein tolles Restaurant sein mit einer anschließenden Bar.Ma´am wenn Sie mitkommen möchten sind Sie natürlich gerne gesehen“. Nabila schüttelte den Kopf: „Danke Lieutnant, aber ich muß mich noch um das Versorgungsshuttle kümmern. Roake gehen Sie ruhig mit, ich schaffe das schon alleine“. Sie sah das Roake keine Lust hatte mit den anderen mit zu gehen, aber sie wollte jetzt auch wieder alleine sein. Zuviel Jonathan Roake ist einfach ungesund für sie. Um allem gekonnt aus dem Wege zu gehen stand sie auf, nahm ihr Flexi und ging Richtung Versorgungsshuttle.

Roake sah ihr hinterher und wäre ihr gerne gefolgt. Corinne sah wehmütig seinen Blick den er Nabila nach warf. Sie hoffte das er sie irgendwann mal so ansehen würde.

Jetzt war es offiziell. Das Commonwealth befand sich im Kriegszustand mit den Drago Karsov. Die Romanum war sofort zurück zur Erde beordert worden.Jeder mann und jede Frau wurden jetzt dort gebraucht. Die Nietzscheaner flogen ununterbrochen Einsätze gegen die Erde.

Der Captain hatte eine Sitzung mit allen Offizieren einberaumt und Einsätze geplant. Nabila ging mit ihrem Flexi in die Offiziersmesse, holte sich einen Kaffee und setzte sich ans Fenster und sah hinaus.Sie war gezwungen ihre Einheit wieder aufzulösen und zu koordinieren. Joanna betrat die Messe,holte sich etwas zu essen und steuerte Nabilas Tisch an.Im gleichen Moment ging die Tür auf und Roake kam hinein,sah sich um und steuerte Nabila an.Joanna grinste,machte eine Kehrtwendung und setzte sich so das sie beide beobachten konnte.

„Lt.Col.,was dagegen wenn ich mich setzte?“:fragte Roake vorsichtig. Nabila sah ihn seufzend an: „Wieso ist eigentlich jeder der Meinung er müsse mir die Zeit vertreiben?Setzten sie sich schon hin“.Er ließ es sich nicht zweimal sagen. Nabila arbeitete weiter an ihren Einsatzplänen und nippte ab und zu an ihrem Kaffee.Joanna musste in sich hinein lachen,wie Roake Nabila beobachtete.Dieses Wahnsinnsmannsbild ist wirklich verknallt in meinen Lt.Col. und sie merkt es nicht mal,dachte sie im stillen.

Roake beobachtete jede Geste von ihr.Wie sie eine Haarsträhne hinter ihr Ohr steckte.Wie sie mit ihrer Zunge kurz über ihre Lippen fuhr.Wie sie den Ellbogen auf den Tisch stützte und ihr Kinn hineinlegte und ihn ansah.Ooops erwischt.“Sie sitzen jetzt seit 20 Minuten an meinem Tisch,essen, trinken und sagen nichts. Was ist los?“ Er blickte sich kurz um ob jemand in unmittelbarer Nähe saß.“Warum weichen Sie mir aus?“. Sie verdrehte die Augen: „Nicht schon wieder diese Diskussion Roake.Ich habe es Ihnen versucht zu erklären.Akzeptieren Sie es oder auch nicht.Aber ich will nichts mehr davon hören,und schon gar nicht im Dienst.War das jetzt klar genug ausgedrückt?Ich habe den Kopf jetzt voll genug.Ich muß unsere Einheit auflösen und jeden in die anderen Corps integrieren.Einige von Ihnen werden leitende Positionen innerhalb der Gruppen erhalten.Also bitte Roake“. Er gab aber nicht auf.“ Unter einer Bedingung lasse ich Sie jetzt in Ruhe. Sie ziehen heute abend noch mal richtig um die Häuser mit mir.Nur wir zwei“. Nabila vergrub in gespielter Verzweiflung ihren Kopf in den Armen und grummelte:“ Manchmal frage ich mich wer hier eigentlich das sagen hat.Jeder ignoriert sowieso was ich anordne . Irgendwie muß ich mich immer missverständlich ausdrücken. Bei allem was Ihnen heilig ist müssen Sie mir jetzt versprechen das dieses das letzte mal ist und Sie dann eiligst das Weite suchen“. Er sprang auf: „Ich hole Sie um 18:30 ab“,und dann machte er das er aus der Messe kam.Er wollte ihr nichts versprechen was er nicht halten kann.

Auf dem Flur rannte er fast Corinne über den Haufen:“Wohin so eilig des Weges,edler Ritter?“:fragte sie mit einem verführerischen Augenaufschlag. Sie griff nach seiner Jacke und zog ihn näher an sich heran. „Machen wir heute noch was zusammen?“ Roake machte sich vorsichtig los:“Tut mir leid ich bin schon verabredet.Bis später“.Mit diesen Worten machte er sich schnellstens auf um in sein Quartier zu kommen.

Joanna ging zu Nabila und setzte sich: „Ich finde es einfach faszinierend wie standhaft Du sein kannst“.Dabei lachte sie lauthals. „Ach verzieh Dich Du Hexe.Sag mir was ich tun soll.Ihn einsperren?Ihn bewusstlos schlagen?“. Joanna lehnte sich zurück und streckte sich:“Mach heute einfach was Du denkst tun zu wollen.Dann ist es schon ok.Was ziehst Du an?“ Corinne betrat die Messe und bekam das Gespräch bruckstückhaft mit. Sie setzte sich so hin das sie gerade noch alles mitbekam.

„Was soll die Frage?Ich werde schon nicht nackend gehen“: antwortete Nabila. Joanna grinste dreckig: „Das würde ich bei Dir nicht ausschließen.Ich habe mir da was nettes gekauft,das musst Du anziehen.Los komm,ich geb es Dir gleich.Roake werden die Augen aus dem Kopf quillen“.Sie stand auf und zog Nabila hoch. „Das ist genau das Gegenteil von dem was ich möchte.Ich werde einen Sack anziehen“.Beide verließen die Messe und ließen eine unglückliche Corinne zurück.Jetzt wusste sie mit wem er eine Verabredung hatte.Gegen diesen Gegner war sie machtlos,das wusste sie.

„Das ist doch wohl nicht Dein Ernst,das ziehe ich nicht an.Und da mokierst Du dich wenn ich mit meinen Klamotten herum laufe.?“:Nabila schüttelte fassungslos den Kopf. Joanna hatte Nabilas glatte Haare aufgedreht und zu einem losen Pferdeschwanz gebunden.Dieser fiel jetzt großgelockt ihren Rücken hinunter.Lange Strähnen umrandeten ihr Gesicht. „Das sieht ja aus als ob ich ihn heute flachlegen will.Nein, das ziehe ich nicht an“. Nabila trug ein rotes Bustier und eine rote,langärmelige Bluse mit vielen Rüschen am Ausschnitt und ihre schwarze Hüftlederhose. Die Bluse sah wirklich toll aus aber sie war durchsichtig. Joanna hatte die unteren Knöpfe offen gelassen so das man den Bauchnabel mit dem Saphir darin sehen konnte. Joanna kringelte sich vor Lachen auf Nabilas Bett. Nabila war schon entnervt.Zu allem Übel sprang auch noch der Sensor an.Sie blickte sich um.Es war Punkt 18:30 Uhr.Sie schnappte sich ihren Mantel und ´öffnete die Tür.Roake stand da und starrte auf ihren Busen.“Wenn Sie 20 Zentimeter höher schauen sehen Sie meine Augen“:zischte sie ihn an.Das ist das Werk unseres 1.O.,Ich bringe sie noch um.“Nabila zog den Mantel an und verließ ihr Quartier.Roake hatte noch keinen Ton gesagt. „Sie sehen sensationell aus“.Sie drehte sich kurz um:“ Kein Wort mehr oder wir blasen die ganze Sache ab.Ich muß sowieso behämmert sein“.Mit großen Schritten erreichte sie als erste den Lift.Sie stiegen schweigend ein. „Entspannen Sie sich etwas. Wir gehen hier nicht zu unserer Hochzeit sondern nur aus“:Roake merkte das sie sich in ihrer Haut unwohl fühlte. Das Shuttle brachte sie nach Solan herunter.Solan hatte die besten Clubs in dieser Galaxie,da hatte sich Roake schon erkundigt. Er hatte sich für ein kleines,romantisches Restaurant entschlossen welches entlang der Vergnügungmeile lag. Alleine beim Betreten des Restaurants erregten sie schon aufsehen.Sie waren schon ein schönes Paar und paßten visuell sehr gut zueinander.

Roake nahm ihr den Mantel ab und schon ging das gemurmel im Restaurant los.Nabila setzte sich und war außer sich vor Wut: „Eigentlich bin ich schon satt,hätte ich nur nicht auf Joanna gehört“. Roake hatte Mühe sie zu beruhigen,er bestellte den Wein und blätterte in der Speisekarte.Sie sah aus dem Fenster und ihre Blicke trafen sich in der Scheibe.Nabila drehte sich zu ihm um: „Lassen wir die Spielchen Roake.Wir werden essen und in einen Club gehen und das war dann alles.Das hatten wir abgemacht“. Er klappte seine Karte zu: „Ich spiele keine Spielchen.Das was sie sehen bekommen sie auch,nicht mehr und nicht weniger.Hören Sie auf sich Gedanken zu machen und genießen sie einfach die Atmosphäre“. Nabila nickte:“Warscheinlich werden wir uns danach sowieso für einige Monate nicht sehen“. Sein Kopf ruckte hoch: „Sie haben mich zu den Bodentruppen versetzt,stimmt´s?“ Sie sah ihn an:“Zusammen mit Corinne“. Er atmete tief aus und sah sie prüfend an: „Aus einem bestimmten Grund?“ Der Kellner trat an den Tisch und unterbrach ihre Unterhaltung.Sie bestellten das essen bei ihm und er entschwand wieder. „Alles hat seinen Grund.Ich halte Sie für fähig eine Truppe anzuführen. Deshalb, nicht aus privaten Gründen“. Roake nickte und flüsterte: „Dann muß dieser Abend etwas ganz besonderes werden“. Seine rauchblauen Augen schienen in ihre Seele sehen zu wollen .Aber sie ließ es nicht zu, sie sah weg.

Das Essen war außerordentlich gut und sie genossen es, durchbrochen mit kurzen Gesprächen. Nabila hatte keine Lust große Konversation zu betreiben. Roake würde ihr fehlen, das wusste sie. Nach dem Essen gingen sie in einen Nachtclub, der für seine Live Auftritte berühmt war. Sie setzten sich in eine Niesche an der Tanzfläche.Sie spielten gerade ruhige, melancholische Lieder. Roake forderte sie zum Tanzen auf. Seine Hände glitten ihren Rücken hinunter und blieben auf ihrer Taille liegen.Er zog sie ganz nah an sich heran und vergrub sein Gesicht in ihren Haaren,die nach Orangen dufteten.Nabila wusste nicht wo sie ihre Hände lassen sollte und legte sie auf seine Schultern.Sie drückte ihn etwas zurück und legte dann ihren Arm um seine Taille.Er hatte einen wunderbaren Körper und ihre Phantasie machte schon wieder Überstunden. Als sie über seine Schulter blickte sah sie Corinne, die mit Tränen in den Augen Roakes hungrig ansah.Nicht das auch noch,dachte sie. „Ich komme gleich wieder“:sagte sie schnell und ging Richtung Toiletten.Corinne folgte ihr.Nabila wusch sich die Hände und cremte sie ein.Corinne stand hinter ihr an der wand und ihr liefen die Tränen die Wangen herunter. Nabila drehte sich um und lehnte sich an den Waschtisch. „Ich habe mich vom ersten Augenblick an in ihn verliebt“:schluchzte Corinne. Nabila fühlte sich unwohl in ihrer Haut. „Sie werden die nächsten Monate fast Tag und Nacht zusammen sein,nutzen sie die Zeit“:hörte sich Nabila aus weiter ferne sagen. Corinne sah sie ungläubig an. „Ich habe sie beide zu den Bodentruppen versetzen müssen,aber das werden sie noch morgen von mir ausführlich beim Briefing erfahren. Viel Spaß noch“.Nabila verließ die Toilette und ging zu Roake zurück. „ich werde jetzt gehen,sie können ruhig noch bleiben.Danke für den Abend“.Sie nahm ihren Mantel und wollte gehen aber er hielt sie zurück.Dann sah er Corinne aus der Toilette kommen und reimte sich alles zusammen. „Hör auf Amor spielen zu wollen“,herschte er sie an, ich kann selber für mich entscheiden wem ich meine Gefühle schenken möchte“. Sie löste sich vorsichtig: „Es tut mir leid,ich kann nicht anders“. Nabila ließ ihn stehen und ließ sich zur Romanum zurück bringen.





Es ist bereits 02:00 und Nabila wälzt sich hellwach in ihrem Bett herum.Wütend schmeißt sie ihr Decke zur Seite,steht auf und geht zum Fenster.Sie sieht seufzend ins All hinaus.Noch nie hat ein Mann sie so sehr fasziniert wie Roake aber ihr Innerstes streubt sich einfach dem nachzugeben.Nabila greift sich ihre Jogginghose und ein Tank Shirt und zieht sich um.Sekunden später steht sie wieder mal in der Trainingshalle und verprügelt den Sandsack.Nach 5 Minuten bricht sie ab und geht zu Joannas Quartier.Verschlafen öffnet diese und lässt sie rein.“Du siehst verboten aus“:gähnte Joanna.Sie setzten sich beide aufs Bett.“Ich habe dir gesagt nimm ihn dir solange ihr beide das wollt und dann ist Ende,was ist da dein Problem?“.Nabila ließ sich rückwärts aufs Bett fallen und knurrte:“Lange halte ich das nicht mehr aus.“Joanna stand auf,nahm Nabilas Hand und zog sie hoch und schob sie zur Tür:“Jetzt geh zu ihm,mach schon.Ich halte das nicht mehr länger aus mit euch.Ihr raubt mir die letzten Nerven.Los hau ab“.

Nabila lief barfus und mit hängendem Kopf den Flur hinunter zum Lift.“Deck 36“.Langsam schlenderte sie den Flur entlang und blieb vor Roakes Tür stehen,setzte sich auf dem Boden und überlegte.Sie reckte sich um an den Sensor zu kommen.Es dauerte einige Minuten ehe die Tür zur Seite glitt und Roake total verschlafen und mit freiem Oberkörper vor ihr stand. Nabila hätte heulen können wegen ihrer schwäche Er sah ungläubig auf sie hinunter und reichte ihr seine Hand..Sie nahm sie und ließ sich hoch ziehen.Sie ging an ihm vorbei in sein Quartier,er verschwand kurz im Bad und sie konnte hören wie er sich die Zähne putzte.Sie hatte ein komisches Gefühl in der Magengegend.Nabila speiste seinen Computer mit ihrer Musik,zündete die Kerzen neben dem Bett an und hockte sich drauf.

Roake stand im Bad und wusste nicht was er machen sollte,warum war sie hier? Schließlich hat sie ihn im Club sitzen lassen.Er verließ das Bad und sah sie wie ein Häufchen Elend auf seinem Bett sitzen.Ein warmes Gefühl für sie packte ihn.Nabila sah ihn stumm an,stand auf und entledigte sich ihrer Sachen.Dann streckte sie eine Hand nach ihm aus.Roake ergriff sie und ließ sich von ihr auf das Bett ziehen.Was dann kam waren die wundervollsten Stunden seines Lebens.Sie sprachen nicht ein Wort miteinander.Immer wenn er etwas sagen wollte legte sie ihre Fingerspitzen auf seine Lippen.

Nabila fühlte sich wundervoll und stark wie schon lange nicht mehr.Sie erhob sich,zog sich an und verschwand. Roake dachte er traut seinen Augen nicht.Was geht hier vor sich?Sie hatte ihm die letzten Kraftreserven geraubt und einfach liegen lassen.

Er musste sich eingestehen das er noch nie eine so leidenschaftliche und triebbezogene Begegnung hatte.

Sie waren wieder auf dem Rückweg zur Erde wo ein Teil der Lancer dann abgesetzt werden würde.Das Briefing war knapp und präzise.Jeder wusste was ihn erwartet und welcher Truppe er zugeteilt werden würde. Corinne stand neben Roake und war anscheinend sehr zufrieden. Er versuchte immer Nabilas Blick einzufangen,aber sie war wieder ganz der Lt.Col.Paresi. Stolz und unnahbar. Nach dem Briefing wünschte sie allen viel Glück und verließ den Raum unverzüglich. Sie hatten noch ungefähr eine Woche bis sie die Erde erreichen würden und in dieser Zeit wollte sie ihm aus dem Wege gehen. Roake holte sie ein und zog sie in eine dunkle Seitenniesche. Er presste sie gegen die Wand und und küßte sie rücksichtslos. Ihre Augen funkelten gefährlich bevor sie nachgab. Atemlos ließen sie voneinander ab. „Hast du jetzt Zeit?“:flüsterte er in ihr Ohr. Sein warmer Atem erzeugte eine Gänsehaut bei ihr. Ihr Körper konnte ihm nicht verheimlichen was sie fühlte. Sie nahm seine Hand und zog ihn in einen Wartungsraum.Sie versiegelten die Tür und nahmen sich noch nicht mal die Zeit zum ausziehen. Roake und Nabila liebten sich hemmungslos als ob es keinen Morgen geben würde und vielleicht gab es den für sie auch nicht. Danach richteten sie ihre Uniformen und jeder ging schnell seiner Wege. An diesem Tag sollte es noch drei dieser unheimlichen Begegnungen geben. Roake war verrückt nach ihr. Sie machte ihn schon wahnsinnig wenn sie nur vor ihm ging oder ihn ansah. Alleine beim Gedanken an sie drehte sein Körper durch. Sie übte eine magische Anziehungskraft auf ihn aus. Nabila ging es nicht anders. Ein Blick von ihm genügte um sie aus der Fassung zu bringen. Sie waren schon zu weit gegangen.

Abends in der Messe setzten sie sich immer getrennt. Sie wollten keinen Verdacht erregen.

Nabila lag total erledigt von ihrem Training mit Joanna frisch geduscht auf ihrem Bett und cremte sich gerade ein als ihr Türsensor ertönte. Sie legte sich ein Handtuch um und wollte sehen wer das war. Die Tür glitt auf und Roake drängte sich hinein. „Entschuldige den Überfall,ich wollte nicht das mich einer sieht“. Sie stand vor ihm mit noch rosiger Haut vom Duschen und duftete wie ein ganzer Orangenhain.Ihre Haare klebten ihr noch nass am Körper. Roake nahm einen Zipfel ihres Handtuchs und zog solange an ihm bis das Handtuch auf den Boden fiel. „Bekommst du heute nicht genug?“: fragte Nabila,die ihm gerade das T-Shirt über den Kopf zog. Er zog sie in seine Arme und genoß es ihre nackte Haut zu fühlen: „Von dir bekomme ich nie genug“. Roake küsste sie brutal und drückte sie zu Boden. Sie liebte es wenn er so animalisch war. Viel Zeit zum schlafen blieb ihnen nicht.

Die ganzen nächsten Tage auf dem Weg zur Erde ging es dann ähnlich zwischen ihnen zu.

Nabila ging den Flur zum Trainingsraum entlang als zwei Hände sie packten und rückwärts in eine Niesche zogen.Sofort ging ihr Atem schneller. Keiner sprach ein Wort. Die Hände streichelten sie überall und glitten unter ihre Kleidung. Er biß sie in den Hals und sie drückte sich an ihn. Nabila riß sich gewaltsam los und rannte fast in den Trainingsraum. Jetzt musste sie erst mal die aufgestauten Gefühle frei lassen und kämpfte mit jedem ihrer Lieutnants bis zu totalen Erschöpfung.

Es war der letzte Abend bevor sie die Erde erreichten und es herrschte eine wehmütige Stimmung zwischen ihnen beiden. Roake bestrafte sie im Bett dafür das sie ihn auf die Erde zurück schickte. Er ließ seine ganze Verzweiflung an ihr aus und er war sehr verzweifelt. „Ich habe dich vom ersten Moment an geliebt und egal was passieren wird,ich werde es immer tun“: flüsterte er ihr zu. „Du bist genau die Frau die ich erwählen würde und keine andere“. Sie sah ihm nur stumm in die Augen und er konnte ihre Qual erkennen,auch ohne große Worte. Sie sahen sich die ganze Nacht nur an und liebten sich zärtlich. Worte wären dem nicht gerecht geworden was beide empfanden. Gegen Morgen verließ er sie. Sie wussten beide nicht ob sie sich je wiedersehen würden.

Die Wochen vergingen wie im Fluge.Stündlich kamen Berichte der Lancer Bodentruppen über die Gefechtsbewegungen herein. Die Drago Kasov setzten der Erde imens zu. Die Romanum befand sich außerhalb des Orbits der Erde,zur reinen Sicherheit. Inzwischen war es schon soweit das selbst Nabila Einsätze mit den gefürchteten Shrike Strike Fightern flog um Stellungen auf der Erde zu eleminieren.

Neuerdings wachte sie mit rasenden Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Pünktlich jeden morgen reierte sie sich erst mal die Seele aus dem Leib. Nabila flog weiter,mindestens 10 Einsätze pro Tag. Joanna sah es mit gemischten Gefühlen das Nabila sich andauernd in Gefahr brachte. Aber sie war auch Offizier der Ehrengarde.

Corinne hatte es sich ein bisschen anders vorgestellt als Nabila ihr mitteilte das sie mit Roake zusammen bei den Bodentruppen wären. In den letzten Wochen hatten sie nur Kampfeinsätze und konnten froh sein wenn sie lebendig wieder zurück kamen. Roake schien eine todessehnsucht zu erfüllen.Er stürzte sich in jeden Kampf mit ganzem Einsatz. Corinne hatte sofort nach ihrer Ankunft auf der Erde begonnen auf Tuchfühlung zu gehen aber Roake blockte immer ab.Selbst jetzt nach Wochen war kein rankommen an ihn.

Nabila flog den siebenten Einsatz an diesem Tag als sie die Nachricht erhielt. „Hier Captain Warren an die Manitoba.Lancer Corps unter schwerem Beschuß.Fliegen sie folgende Koordinaten an.Wir beordern noch andere dorthin.Warren ende.“ Sofort speicherte sie die erhaltenen Koordinaten und flog dorthin.Schon von weitem konnte sie die Stellung der Drago Carsov ausmachen und überflog sie kurz,nicht ohne eine der Star Arrow Raketen abzufeuern. Sie überflog die Stellung noch zwei mal,wurde beim dritten mal selber schwer getroffen und geriet ins trudeln.Sie versuchte die Maschine aus dem feindliche Gebiet zu bekommen was ihr auch gelang.Dann musste sie eine Notlandung im Gebirge hinlegen.Die Maschine zerschellte fast bevor Nabila den Schleudersitz betätigte.

Sie schlug die Augen auf und sah den Himmel.Blau mit kleinen Wolken.Der Wind strich angenehm über ihre Wangen.Wo war sie?Langsam fiel ihr alles nach einander wieder ein.Die Bruchlandung.Sie versuchte sich zu orientieren.Nachdem sie links,rechts und unten alles abgesucht hatte mußte sie letztendlich feststellen,sie hing an dem Fallschirm in einer Felswand und saß immer noch auf dem Sitz. Das würde der Fallschirm nicht lange aushalten. Sie war so eingeklemmt das sie nicht an ihre Messer in den Stiefeln heran kam.

„Captain Warren,eine Nachricht für sie,Sir“:sagte einer der Nachrichtenoffiziere und reichte Warren ein Flexi.Joanna kam näher:“Etwas wichtiges,Sir?“. Warren las es sich langsam durch und bekam eine Sorgenfalte zwischen den Augen.Er reichte Joanna wortlos das Flexi.Es war die Verlustliste der Streitkräfte des Commonwealth.Sie blätterte sie hinunter bis sie bei dem Buchstaben P landete und Nabilas Namen entdeckte.Daneben stand M.i.A. –Missing in Action - . Joanna stürzte zu Warren:“Welche Coordinaten haben sie ihr gegeben,anhand dessen kann man doch den ungefähren Ort bestimmen?“. „Holen Sie mir eine Verbindung mit Hanson“: befahl Warren. Minuten später hing die Verbindung.

“Hanson, übergeben sie ihr Kommando und regeln sie alles schnellstens wir brauchen sie für einen Sondereinsatz. Nähere Instruktionen erhalten sie wenn sie eintreffen. Warren Ende“. Hanson konnte sich keinen Reim daraus machen, aber Befehl ist Befehl. Er übertrug sein Kommando dem nächsten Offizier und traf alle Vorbereitungen.

Hanson wurde mit einem Shuttle zur „Romanum“ gebracht und dort unverzüglich zu Captain Warren. „Schön Sie zu sehen Hanson, wenngleich die Umstände nicht angenehm sind. Um es kurz zu machen, Lt.Col. Paresi hatte einen geheimen Auftrag erhalten und ist jetzt MiA. Ich werde ihnen die Coordinaten ihres letzten Standortes geben und sie versuchen zu retten was zu retten ist. Sie löschen die Coordinaten sobald sie im Zielgebiet sind. Ich wünsche ihnen viel Glück“. Wieder blieb Hanson nicht viel Zeit, er erhielt die Erlaubnis mit einem Shrike Strike Fighter zu fliegen. Er kannte diesen Maschinentyp überhaupt nicht und erhielt eine kurze Einweisung für das nötigste. Danach stand seinem Start nichts mehr im Wege.

Laut Coordinaten mußte Paresi hier irgendwo sein, aber er konnte sie nicht orten. Er flog vorsichtig in Elypsen Nabilas Flugroute ab. Nach 90 Minuten konnte er das Wrack sehen und Nabila.

Die Sonne und der Durst machten ihr sehr zu schaffen. Einen Sonnenbrand hatte sie bereits. Stirn und Nase waren krebsrot. Der Fallschirm begann auch seit einiger Zeit zu reißen. Stück für Stück. Wieso muß ich immer und überall dabei sein, muß die Beste und Stärkste sein, dachte sie. Auf einmal vernahm sie das typische Geräusch eines Shrike Strike Fighters.Danke Jungs,auf euch ist Verlaß. Der Fighter landete oberhalb von ihr.Ein Seil wurde herunter gelassen.Als sie zur Seite sah hing Hanson in Augenhöhe von ihr an dem Seil.“Ich hätte nicht gedacht das sie selbst diese Situation schamlos ausnutzen“, grinste Nabila, „wo waren sie denn so lange?“. Frank lachte,er war froh sie lebendig wieder zu sehen. Ruckartig schoß Nabila einen Meter nach unten.Der Fallschirm hatte schon wieder nachgegeben.Hanson ließ sich weiter runter. „Ich schneide jetzt deinen Sitz ab und du kommst zu mir rüber“:ordnete er an. „Wenn du mich so lieb darum bittest kann ich ja kaum wieder stehen“. Hanson begann leicht zu pendeln und umklammerte Nabilas Hüften.“Wußt ich es doch“:scherzte sie und Hanson grinste nur.Plötzlich polterten von oben Steine auf sie herab. Er stieß sich von ihr ab,rutschte weg und sah das Ende seines Seils herab kommen.Hanson griff mit einer Hand nach Nabilas Fallschirm und bekam die Enden zu fassen.Er zog sich langsam hoch.Der Fallschirm gab nach. Nabila sah nach oben:“Gib mir dein Messer“.Hanson schüttelte den Kopf:“Wozu?Wenn du nicht fängst bekomme ich dich nie dort raus“:Nabila begann langsam ungeduldig zu werden.“Ich habe Durst,mir ist heiß und jetzt gib mir das verdammte Messer oder wir sind beide tot“. Hanson warf ihr das Messer kommentarlos rüber.“Warum nicht gleich so“:murmelte Nabila.Sie hörte den Fallschirm bereits wieder reißen und rechnete still vor sich hin.Beide hält er nicht.Hanson ist weiter oben,gute Chancen.Ich bin mit dem Sitz zu schwer und reiße alles herunter.“Wo sind die anderen?“:rief sie Hanson zu.Er schüttelte nur den Kopf:“Ich mußte alleine kommen“.Sie nickte und schnitt kurzerhand ihre oberen Gurte durch,mit denen sie am Fallschirm verbunden war.Wie ein Stein stürzte sie in die Tiefe und blieb dort reglos liegen. Hansons Schrei verhallte im Gebirge.Er kletterte schnell nach oben und flog mit dem Fighter zum Unfallort.

Sie blutete aus Nase und Ohren,ansonsten war nichts zu sehen.Er trug sie vorsichtig in den Fighter,legte sie auf eine Pritsche und schnallte sie dort fest.So schnell es ging brachte er sie zur Romanum zurück.

„Hanson sie können mir glauben wenn ich ihnen sage das sie nur noch atmet weil sie ein stures Weibsbild ist. Sie hat schwerste innere – und Kopfverletzungen.Die neuralen Werte sind zwar gut was in ihrem momentanen Zustand gar nichts heißen mag.Ich weiß nicht ob sie es schaffen wird.Was für eine Verschwendung wenn es nicht so sein sollte“:Jen schüttelte bedauernd den Kopf und klopfte Hanson auf die Schulter. „Das eurem Baby nichts passiert ist grenzt an ein Wunder“. Hanson schluckte kurz und nickte Jen zu. Er konnte nicht sprechen.

Joanna und einige andere Kollegen warteten draußen auf Hanson um neues zu erfahren.

Nabilas Zustand veränderte sich kaum. Die inneren Verletzungen konnten erfolgreich behandelt werden aber sie kam nicht zu sich.Die Zeit verging und Hanson wechselte sich mit Joanna an ihrem Bett ab.Sie spielten die ganze Zeit ihre Lieblingsmusik.Keine Reaktion.

Der Zeitpunkt der Entbindung rückte bereits näher und sie mußten das Kind in einer Notoperation holen.Es war ein gesundes Mädchen mit schwarzem Flaum auf dem kleinen Kopf.Leider bekam Nabila gar nichts mit.

Nabilas Eltern hatten verfügt das sie und das Kind,sobald sie transportfähig sei, zu ihrer Familie gebracht würden.Man würde sich dort um sie kümmern.Hanson nahm sich Urlaub um sie zu begleiten.Da man annahm er sei der Vater des Kindes hatten die Eltern keine Einwände.Nach weiteren 2 Monaten wurde sie und ihr Neugeborenes von Hanson nach Hause gebracht. Dort bakam das Baby den Namen Cassandra von der Familie Paresi. Hanson blieb bei ihnen.

Es ist so wundervoll friedlich,die Sonne scheint mir ins Gesicht und meine Musik spielt.Ich sollte langsam aufstehen.Nabila schlug die Augen auf und blickte sich um geradezu in die weit aufgerissenen Augen ihrer Schwester Pia.Diese rannte aus dem Zimmer und schrei:“Nabila ist aufgewacht,Nabila ist aufgewacht“.Im nu war das Zimmer voller personen.Die meisten kannte sie,aber wer war dieser gutaussehende Mann mit dem Baby auf dem Arm?Nabila konnte weder sprechen noch sich bewegen,das versetzte sie langsam in Panik.Ihr Atem ging immer schneller,ihr Puls raste.Sie war kurz vor einem Kollaps.Der Arzt gab ihr sofort eine Injektion und schickte alle aus dem Zimmer.Langsam beruhigte sie sich wieder.Langsam versuchte der Arzt sie darauf vorzubereiten was passiert war.

Es dauerte Wochen bis Roake endlich heraus bekam was mit Nabila passiert ist. Die Eltern schotteten sie vor allen ab und wollte auch nicht das alles publik wurde. Für ihn war es so als ob Nabila tot war. Corinne versuchte ihn zu trösten und er ließ es diesmal zu.

Hanson ließ sich versetzen um immer bei Nabila und ihrem Kind zu sein. Er wusch sie,er kämmte ihre Haare und kümmerte sich rührend um sie. Nabila musste wieder sprechen und sich bewegen lernen und sie war eine sehr ungeduldige Patientin.Viele Teile ihrer Erinnerung waren anscheinend für immer ausgelöscht,was warscheinlich auch gut so war.

Ihre Eltern ließen ihre guten Beziehungen spielen und die Militärakte von Lt.Col.Nabila Paresi verschwand für immer,als ob sie nie existiert hätte.

Ihre Genesung machte im laufe der Zeit gute Fortschritte.

Manchmal sah man sie im Garten ihrer Eltern sitzen und in den Himmel schauen als ob es da etwas geben würde was sie vermisst. Aber dann schüttelte sie immer den Kopf und ging zu ihrer Tochter um mit ihr zu spielen. Ich habe doch nie etwas anderes getan als Mutter zu sein,oder doch?



ENDE

 
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